Sport : Die Zukunft, die er meint

Claus Vetter

Sein Ziel hat Uwe Krupp erreicht. Der Eishockey-Bundestrainer hat sich mit der Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in Vancouver qualifiziert. Wenn man Krupp glauben darf, war nicht selbstverständlich, was angesichts zweitklassiger Gegnerschaft selbstverständlich hätte sein können. Krupp hatte sein Team vor dem Qualifikationsturnier von Hannover in eine Außenseiterrolle geredet und mit außergewöhnlichen Nominierungskriterien überrascht. Fünf Deutschkanadier waren ihm wichtiger als zum Teil in der Liga viel erfolgreichere Profis deutschen Ursprungs. Dafür erntete Krupp Kritik. Hat ihm der Erfolg nun recht gegeben?

Die Antwort fällt nicht eindeutig aus. Krupp hat zwar den Status Quo gehalten, das ist schön. Doch er hat weniger in die Zukunft der Mannschaft, sondern eher in seine Zukunft investiert. Olympia 2010 und die WM 2010 in Deutschland, das sind die Ziele des Trainers Krupp. Was danach wird und wohin Krupp es dann zieht, ist unklar. Ein Nachfolger könnte es schwer haben. Aufbauarbeit wurde unter Krupp zuletzt eher wenig betrieben. Er lässt Deutsche nordamerikanisches Eishockey spielen, so wie es dem Trainer mit dem Wohnsitz USA gefällt. Ein Team robuster Arbeiter – das entspricht Krupps Philosophie. Die besten Spieler machen eben nicht immer das beste Team. Der Bundestrainer konnte es sich in Hannover leisten, auf einige Leistungsträger aus der Deutschen Eishockey-Liga zu verzichten – was nicht heißt, dass ein nominell besser besetztes Team schlechter abgeschnitten hätte und mehr Zukunft gehabt hätte.

Seite 26

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben