Sport : Die Zuschauer bleiben weg

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Die Gewalt in den Stadien hat sich zum größten Problem des italienischen Fußballs entwickelt. Der Zuschauerschnitt in der Serie A ist nicht zuletzt aus diesem Grund in den letzten Jahren stark gesunken . Aus Angst vor Fan-Ausschreitungen wird das Rückspiel im Pokal-Achtelfinale zwischen dem AS Rom und dem SSC Neapel am 11. Januar nun sogar ganz ohne Publikum ausgetragen. Beim 3:0-Hinspielsieg der Römer in Neapel war es im Dezember zu schweren Ausschreitungen gekommen. „Es ist besser, jedes Risiko zu vermeiden“, begründete der römische Polizeipräfekt Achille Serra die umstrittene Entscheidung. Die Fans des AS Rom kündigten Proteste vor den verschlossenen Toren des Olympiastadions an. Besonders krawallträchtig sind in Italien aber die Derbys. So musste auch Inter Mailand in dieser Saison vier Heimspiele in der Champions League ohne Zuschauer austragen. Grund für die Strafe sind Ausschreitungen im Viertelfinalspiel der vergangenen Saison gegen den Stadtrivalen AC , bei dem Torwart Dida von einer Leuchtrakete verletzt wurde. Bei einem anderen Duell zweier Stadtrivalen war die Gewalt in den Stadien vor zwei Jahren erstmals offensichtlich geworden. Das Spiel zwischen AS und Lazio Rom musste nach Ausschreitungen abgebrochen werden, nachdem radikale Fans das Gerücht verbreitet hatten, ein Kind sei von der Polizei getötet worden (was nicht stimmte). Seitdem kommt es bei Spielen mit Beteiligung der ultrarechten Lazio-Fanszene immer wieder zu Krawallen. Darüber hinaus ist eine zunehmend fremdenfeindliche Stimmung zu beobachten. So forderte Marc Zoro , der für Messina spielt und aus Elfenbeinküste kommt, im November den Abbruch des Spiels gegen Inter Mailand, nachdem er aufs übelste beschimpft worden war. Auch der dunkelhäutige Franzose Lilian Thuram (Juventus Turin) beklagt diese Tendenzen: „Es fehlt der Respekt vor Andersartigen.“ Tsp

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