Sport : Die zwei Sorgen des Jan Ullrich

Der Radstar schont sein Knie und wartet auf Coasts Lizenz

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Berlin (Tsp). Das Trainingspensum von Jan Ullrich beträgt derzeit drei Stunden pro Tag. Dabei sitzt der ehemalige Profi vom Team Telekom nicht nur auf dem Rennrad, auch Skilanglauf gehört zu seinem Programm. Welche Mannschaft von seiner Form profitieren wird, das könnte sich bis spätestens Sonnabend entscheiden. Erhält dann das deutsche Team Coast vom Internationalen Radsportverband UCI den GSI-Status, gehört es zu den 30 Profi-Mannschaften der höchsten Kategorie. Dann ist wohl auch die Zukunft des Olympiasiegers geklärt, dessen Dopingsperre am 24. März enden wird.

Die Unterschrift Jan Ullrichs bei Coast könnte nach Worten seines Manager Wolfgang Strohband in der darauffolgenden Woche erfolgen. „Vorausgesetzt, Coast bekommt die Lizenz, werde ich mich danach mit Jan und Rudy Pevenage zusammensetzen. Danach würden wir uns mit Coast-Chef Günther Dahms treffen“, sagte Strohband. Vor einer möglichen Vertragsunterzeichnung müsste Ullrich dann noch von Coasts Teamarzt Ernst Jacob untersucht werden. Die Schwachstelle des Olympiasiegers ist das rechte Knie, das im vergangenen Jahr zweimal operiert wurde. „Auf Anraten der Ärzte darf ich das Training nicht so steigern, wie ich gerne möchte“, sagte Ullrich.

Unterdessen hat sich Pevenage darüber beschwert, wie er nach dem Weggang vom Team Telekom behandelt wurde. Der ehemalige Telekom-Teamleiter hat sich in belgischen Zeitungen gegen Vorwürfe seines alten Arbeitgebers gewehrt, feste Absprachen gebrochen zu haben. Ende August sei dem 48-Jährigen ein Ultimatum gestellt worden: Entweder sofortige Entlassung und Einstellung aller Bezüge oder Weiterarbeit für den Bonner Rennstall. Er habe sich für eine vorläufige Weiterbeschäftigung entschieden.

Im Dezember habe sich die Lage laut Pevenage geändert. Der geplante Transfer zu CSC platzte wegen Geldmangels, der Belgier kündigte bei Telekom zwei Tage vor dem Jahreswechsel und begleitet den Olympiasieger bei der Arbeitsplatz-Suche. „Wie man mich nach neunjähriger erfolgreicher Arbeit nach meiner Kündigung behandelt hat und in der Öffentlichkeit darstellt, ist beschämend“, sagte Pevenage. Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig wies die Vorwürfe Pevenages zurück. „Die Art und Weise seiner Kündigung war nicht die feine englische Art“, sagte Ludwig. Als neuer Teamleiter bei Coast, das bereits über vier Sportliche Leiter verfügt, rechnet Pevenage nicht mit Schwierigkeiten. „Ich kenne sie sehr gut. Ich glaube nicht, dass es da Probleme oder Kompetenzschwierigkeiten geben würde“, sagte er.

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