DIE GEGENKANIDATEN : Viel Erfahrung, viel Einfluss, viel Geld

Das wohl bekannteste Gesicht der Bewerber um den IOC-Chefposten gehört Sergej Bubka. Der 49-jährige Ukrainer hat als Stabhochspringer 35 Weltrekorde aufgestellt, war sechs Mal Weltmeister und ein Mal Olympiasieger. Nach seiner Karriere hat der heutige NOK-Präsident der Ukraine eine steile Funktionärslaufbahn hingelegt, die er auch finanziell für sich zu nutzen wusste. Der Puerto-Ricaner Richard Carrion hat dem IOC als Chefverkäufer der TV-Rechte und Vorsitzender der Finanzkommission fantastische Einnahmen verschafft. Erfolge als aktiver Sportler kann der 60 Jahre alte Banker nicht bieten, dafür hat er den IOC-Mitgliedern im Falle seiner Wahl eine Erhöhung ihrer Altersbegrenzung von 70 auf 75 versprochen. Nicht nur als Organisationschef der ersten Jugendspiele in seiner Heimat Singapur hat sich Ng Ser Miang großes Ansehen erarbeitet. Der 64 Jahre alte Multimillionär verfügt über diplomatische Geschick, als in Singapur ansässiger Botschafter war er für Ungarn und Norwegen zuständig. Als Ruderer gewann der Schweizer Denis Oswald 1968 Olympia-Bronze, seit 1989 steht er dem Weltruderverband Fisa vor. Der 66 Jahre alte Jurist hat in vielen Funktionen für das IOC gearbeitet und galt lange als weitgehend integer – bis zu einem dubiosen Sponsorenvertrag, den er 2010 als Fisa-Chef mit Samsung abschloss. Der Architekt Wu Ching-Kuo aus Taiwan leitet den Weltboxverband. Dem 66-jährigen „Dr. Wu“ werden nur geringe Chancen eingeräumt, weil seine Wahl ein politischer Affront gegen China wäre. Tsp

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