Sport : Diepgen gibt seine Empfehlungen an den Internationalen Leichtathletik-Verband

Jörg Wenig

Berlin hat sich gestern offiziell um die Austragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005 beworben. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen schickte ein entsprechendes Schreiben an den Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF. Diepgen verweist darin unter anderem auf die gute Infrastruktur der Stadt und auf ein großes Interesse der Bevölkerung an der Leichtathletik, die sich jährlich auch beim Istaf und beim Berlin-Marathon zeige. Die materiellen Notwendigkeiten und Voraussetzungen seien gegeben, heißt es. Finanziell wird nach ersten Schätzungen für das 10-tägige Welt-Ereignis im August mit einem Kostenaufwand zwischen zehn und 20 Millionen Mark für die Stadt gerechnet. In Stuttgart 1993, Göteborg 1995 und Sevilla 1999 soll das Defizit unter zehn Millionen Mark betragen haben.

Auf Grund des Diepgen-Schreibens wird sich nunmehr der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Helmut Digel, im Rahmen der Councilsitzung der IAAF an diesem Wochenende in Monte Carlo für Berlin stark machen. Der DLV begrüßte ausdrücklich die Berliner Bewerbung. "Präsident Digel und der Verband freuen sich sehr über diesen Schritt", sagte DLV-Pressesprecher Stefan Volknant und fügte hinzu: "Es ist jetzt die Frage, ob das Council der IAAF bereit ist, das Bewerbungsverfahren noch einmal zu öffnen." Dass die offizielle Bewerbungsfrist am 1. Februar abgelaufen ist, sah Digel zunächst nicht als Problem an. Schon an diesem Wochenende wird sich zeigen, ob die IAAF Berlin als dritten Bewerber neben London und Melbourne zulässt. Sollte dies nicht der Fall sein, würde sich Berlin um die WM 2007 bewerben. Stärkster Konkurrent Berlins im Rennen um die WM 2005 wäre London. Die Briten haben zurzeit noch kein entsprechendes Leichtathletik-Stadion, verweisen allerdings auf eine Garantieerklärung von Premierminister Tony Blair. Da bereits die WM 2001 außerhalb Europas stattfindet (Edmonton), werden Melbourne nur Außenseiterchancen gegeben. Für das Jahr 2003 ist Paris einziger Kandidat.

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