Sport : Diese Autorität ist unantastbar

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Karsten Doneck erklärt, warum

Trainer Reimann hart bestraft werden muss

Das Szenario beim Verfall der Fußball-Sitten lässt sich beliebig ausmalen. Spieler, die gesundheitsgefährdend foulen und beim folgenden Freistoßpfiff dem Schiedsrichter vors Schienbein treten. Trainer, die ihren Zorn über einen als ungerechtfertigt empfundenen Abseitspfiff abbauen, indem sie dem Schiedsrichterassistenten erst die Fahne entreißen und dann auf den Kopf hauen. Oder Vereinsbosse, die aus Groll über eine Niederlage dem Referee nach Spielschluss – statt ihm die Hand zu reichen – eine Ohrfeige verpassen.

Willi Reimann, der Trainer der Frankfurter Eintracht, ist mit seinem Fehlverhalten am Sonnabend in Dortmund in neue Dimensionen vorgestoßen. Erstmals in der 41-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga wurde ein Trainer gegen einen Schiedsrichter tätlich. Ausgerechnet ein Trainer. Der soll doch auch eine Vorbildfunktion erfüllen: für seine Spieler, für die Fans, für die balltretende Jugend. Es seien doch nur zwei kleine Schubser gewesen, heißt es seitens der Verteidigung. Fehlt nur noch der Hinweis, das Opfer sei ja sowieso nur der vierte Schiedsrichter gewesen, ein Pfeifenmann minderer Güte, eine Randerscheinung.

Nein, Reimanns Verhalten darf nicht verharmlost werden. Das Auftreten mancher Fußballprofis lässt den Schluss zu, dass sich die Benimmregeln gegenüber den Referees stark gelockert haben. Der Schiedsrichter muss Autoritätsperson bleiben, insofern ist er zu schützen. Das DFB-Sportgericht kann seinen kleinen Beitrag dazu leisten: Indem es eine harte Strafe gegen Reimann verhängt – als Abschreckung für Nachahmungstäter.

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