Sport : Dieser Markt ist nicht groß genug

Benedikt Voigt befürchtet schwere Zeiten für die Basketball-Bundesliga

Benedikt Voigt

Zu Saisonbeginn hat es sich bereits angedeutet. Der Basketball-Bundesligist aus Köln trete fortan wieder unter seinem alten Namen Köln 99ers an, hieß es. Im Klartext bedeutete das: Der Verein hat keinen neuen Namenssponsor gefunden. Außerdem setze der Klub fortan auf ein Konzept mit jungen, deutschen Spielern. Was schlicht bedeutete: Den Kölnern fehlte das Geld, um erfahrene Spieler zu verpflichten. Nach der gestrigen Meldung war schließlich alles klar: Weil ein Sponsor seine Zahlungen nicht mehr leisten kann und will, müssen die Köln 99ers Insolvenz anmelden.

Doch es kommt noch schlimmer für die Basketball-Bundesliga. Das mögliche Ende des Deutschen Meisters von 2006 ist womöglich kein Einzelfall. Der Rekordmeister Bayer Leverkusen wird sich nach dem Rückzug seines Hauptsponsors höchstwahrscheinlich nach dieser Saison zurückziehen, auch die Zukunft des Basketballs in Ulm ist nach dem Ausstieg des Hauptsponsors mehr als fraglich und Gießen hat ebenfalls finanzielle Probleme. Spätestens jetzt aber muss der Liga klar sein, dass die Erweiterung auf 18 Vereine vor zwei Jahren ein Fehler war. In Deutschland gibt es keinen Markt für so viele Basketball-Erstligisten. Eine kleinere Liga verhindert natürlich nicht, dass ein Verein Insolvenz anmelden muss, weil sich ein Hauptsponsor zurückzieht. Aber die Liga könnte im Lizenzierungsverfahren unter mehr Bewerbern auswählen. Und damit die Chancen erhöhen, dass es in Zukunft auch mehr finanziell gesunde Klubs in der Eliteliga gibt.

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