Sport : Dieser Rasen wird bestreikt

Benedikt Voigt

begrüßt den Ausstand der Fußballer Was soll das? In Baden-Württembergs streiken am kommenden Wochenende die Fußballer. Von der C-Klasse bis zur Verbandsliga, von der Jugend bis zu den Senioren. Weil die Landesregierung im Sporthaushalt jährlich 5,28 Millionen Euro streichen will. Was aber versprechen sich die Initiatoren des Württembergischen Fußball-Verbands von einem fußballfreien Wochenende? Gibt es nicht auch mit einem Streik genug Fußball in diesem Land? Kicken die Spieler in den unteren Ligen nicht in erster Linie für sich selbst – und nicht für die Landesregierung?

Und trotzdem ist der Streik von 50000 Fußballern ein geeignetes Mittel. Wenn Kinder und Jugendliche zu Hause bleiben, anstatt zum Meisterschaftsspiel zu fahren, dürfte den Abgeordneten des Landtages erst recht auffallen, dass der Sport auch eine soziale Aufgabe erfüllt. Diese Arbeit ist gefährdet, wenn wie in Baden-Württemberg die Sportförderung innerhalb von zwölf Jahren von 111,7 auf 62,8 Millionen Euro zusammengestrichen wird. Nun steht der Zuschuss des Landes von 360 Euro pro Übungsleiter und Jahr zur Debatte. Damit ist eine gefährliche Grenze überschritten. Vom Ehrenamt lassen sich nur noch wenige Übungsleiter motivieren, eine geringe Aufwandsentschädigung hingegen bietet Studenten, Schülern, Hausfrauen oder Rentnern einen Anreiz, sich in der Vereinsarbeit zu engagieren. Fehlen Übungsleiter, fehlen bald auch Vereine. Es ist daher eine gute Idee, wenn die Fußballer auf sich aufmerksam machen mit einer ungewöhnlichen Aktion: Dieser Rasen wird bestreikt – für einen guten Zweck.

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