Sport : Dieter Baumann: Der Tübinger verärgert die Marathonasse

Die deutsche Marathon-Szene hat mit scharfer Kritik auf die Anmeldung von Dieter Baumann für den Hamburg-Marathon am 22. April reagiert. "Dieter Baumanns Verhalten finde ich sehr unfair, denn seine Läuferkollegen sind doch die Angeschmierten. Ich weiß inzwischen nicht, ob es Selbstzweck ist oder sein neues Hobby, dass er von einem Gericht zum anderen rennt. Wir müssten ihn fragen, ob er langsam von allen guten Geistern verlassen ist", sagte Sonja Oberem in einem "Welt"-Beitrag.

Zum Thema Chronologie: Der Fall Dieter Baumann Die WM-Sechste über die Distanz von 42,195 Kilometer fürchtet, der vom Leichtathletik-Weltverband IAAF wegen Dopings gesperrte Tübinger könne sie mit einem möglichen Start in Hamburg in Gefahr bringen, von der IAAF gesperrt zu werden. Wenn Baumann in der Hansestadt tatsächlich laufe, "kann ich meine Schuhe einpacken und wieder nach Hause fahren", meinte die 28-Jährige eindeutig.

Bundestrainer Wolfgang Heinig schließt für diesen Fall nicht aus, dass "es in Hamburg zu einem Boykott der Spitzenläufer kommen wird". Als Verantwortlicher müsse er mit allen Mitteln die Athleten schützen. "Dann wäre der DLV gefragt, der die Athleten zur Not ohne Leistungsnachweis für die WM nominieren müsste", meinte der Ehemann von Katrin Dörre-Heinig, die in Hamburg ihr Comeback nach einjähriger Verletzungspause geben will.

Baumanns Verhalten sei gerade deshalb kritikwürdig, weil er um die Besonderheit der Veranstaltung wisse. "Sämtliche Spitzenathleten haben sich speziell auf Hamburg vorbereitet, weil es eine der besten und letzten Gelegenheiten ist, die Norm für die Weltmeisterschaften in Kanada zu schaffen", erklärte Heinig. Auch Deutschlands bester Marathonläufer Carsten Eich und die WM-Neunte Claudia Dreher finden es "unkollegial, dass Dieter Baumann versucht, seine Interessen auf Kosten anderer auszutragen".

Dieter Baumann hatte am 27. März per Internet seine Anmeldung für die 16. Auflage des Hamburg-Marathons abgegeben, obwohl er vor dem Landgericht Darmstadt mit dem Antrag auf Einstweilige Verfügung eines Startrechts gescheitert war. Am 18. April wird sich das Oberlandesgericht Frankfurt (Main) mit dem Fall befassen.

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