Digitales Stadion : Fußballspiele PES 2017 und Fifa 17 im Vergleich

Die Hersteller beider Spiele konkurrieren seit Jahren. Unser Praktikant hat sie getestet - und seinen persönlichen Favoriten erkoren.

Tiago Rios
Virtuelles Spielfeld: Ein Junge spielt Fußball auf einer Konsole.
Virtuelles Spielfeld: Ein Junge spielt Fußball auf einer Konsole.Foto: Thomas Eisenhuth/Imago

Wer keine Lust hat auf dem Sportplatz zu kicken, kann sich die Zeit in der digitalen Fußballwelt vertreiben. Derzeit sind PES 2017 und Fifa 17 für den PC und die Konsole als Topspiele auf dem Markt. Fifa 17 ist vom Entwickler EA Sports, PES vom koreanischen Rivalen Konami. Die Unternehmen konkurrieren seit Jahren, Vor- und Nachteile haben beide Spiele.

Bei Fifa 17 ist das Menü einfach und übersichtlich aufgebaut. Vor Spielbeginn fühlt es sich an, als würde man eine Fernsehübertragung anschauen. Die Ladezeiten sind kurz, alles ist sehr sauber geschnitten. Das Spiel zeigt originale Spielstände der Premier League und der Bundesliga, vor Spielbeginn machen die Fans eine Choreographie in den Vereinsfarben. Durch "Frostbite-Engine", einen speziellen Grafikmotor, hat Fifa 17 eine bessere Grafik als die vorherige Version.

Fifa-Spieler sehen täuschend echt aus

Viele Spieler sehen täuschend echt aus, bei der Premier League gibt es jetzt auch die originalen Trainer. Besonders ist: Man kann bei den virtuellen Fußballern die Emotionen erkennen. Bei Fifa 17 kann der Fifa-Spieler seine Aufstellung außerdem frei gestalten. Das Spiel bietet alle Basics und Erweiterungen an, die ein Fußballspiel braucht.

Bei PES ist das Menü auch einfach und übersichtlich. Beim Einlaufen der Mannschaften fühlt man sich, genau wie bei Fifa, mitten im Geschehen. Zuerst bewundert man einen Rundflug über das Stadion, danach sieht man die Fußballer im Spielertunnel, kurz bevor sie den Rasen betreten. Entscheidet man sich für den FC Barcelona als Heimmannschaft, ertönt die Vereinshymne „Cant del Barca“. Zwar sehen einige Spieler realistisch aus, allerdings fehlt ihnen - anders als bei Fifa 17 - die Mimik. Die Grafik ist ebenfalls nicht viel besser. Das Grün des Rasens wirkt unnatürlich, unschön ist auch das ruckelnde Bild, wenn es zu einem schnellen oder langen Ballwechsel kommt.

Weil Konami kaum Lizenzen von Teams und Ligen hat, ist die Teamauswahl geringer. Hertha BSC, der 1. FC Union und der FC Bayern fehlen gänzlich. Viele Topteams wie Real Madrid, der FC Chelsea oder Juventus Turin sind nur unter anderen Namen und ohne originale Trikots sowie Logos vorhanden. Bei den internationalen Vereinswettbewerben kann der Spieler zwischen der Champions League, der Europa League und der AFC Champions League wählen.

PES ist Spiel für Taktiker

PES ist ein Spiel für Taktik-Verrückte. Der Gamer kann verschiedene Aufstellungen für das Spiel, mit oder ohne Ballbesitz, bestimmen. Wenn der Spieler zum Beispiel Tiki-Taka (taktisches Kurzpassspiel) auswählt, stehen die Fußballer enger zusammen. Das Defensiverhalten ist gut entwickelt, das Dribbeln weniger. Die Torhüter wurden im Vergleich zur vorherigen Version besser, parieren aber noch nicht glänzend.

Fifa 17 hat beim Verkauf den Rekord von Fifa 13 geschlagen. In der ersten Woche wurde das Spiel 1,1 Millionen Mal verkauft. Bei PES 2017 hingegen sanken die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent, nicht einmal 50.000 Spiele wurden verkauft. Die Zahlen sprechen für Fifa 17. Und auch der Test zeigt: Das Spiel hat mehr Lizenzen, die bessere Grafik und ein besseres Spielgefühl.

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