Dirk Bauermann in Würzburg : Austoben im Großprojekt

Als iranischer Nationaltrainer schien sich Dirk Bauermann zu langweilen. Der neue Würzburger Coach ist ein Getriebener – und ein Gewinn für die Basketball-Bundesliga. Ein Kommentar.

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Dirk Bauermann kann in Würzburg endlich wieder täglich mit einer Mannschaft arbeiten.
Dirk Bauermann kann in Würzburg endlich wieder täglich mit einer Mannschaft arbeiten.Foto: Valda Kalnina/EPA/dpa

Dirk Bauermann hat vor ein paar Jahren mal im Scherz gesagt, im deutschen Basketball gebe es drei Gesichter, die jedermann kennen würde: das von Dirk Nowitzki, das von TV-Kommentator Frank Buschmann – und sein eigenes. Es ist aber nicht nur aufgrund seiner Prominenz ein Gewinn für die Basketball-Bundesliga, dass Bauermann zurück nach Deutschland kommt.

Der 59-Jährige ist ein Basketball-Fachmann und ein Medienprofi. Und ein Getriebener, der nicht einfach die Hände in den Schoß legen kann. In Würzburg, wo Bauermann einen langfristigen Vertrag bis 2020 unterschrieb und am Montag offiziell vorgestellt wurde, kann er sich als Trainer und Macher endlich wieder austoben. Zuletzt schien sich Bauermann als iranischer Nationaltrainer zu langweilen, wie schon als deutscher Bundestrainer fehlte ihm die tägliche Arbeit mit einer Mannschaft.

Bauermann hat in seiner Karriere viel gewonnen und viel gesehen. In Griechenland fuchtelte ein Vereinspräsident vor ihm mit einer Pistole herum, in Russland verlangte ein Klubchef, in einem offiziellen Punktspiel eingewechselt zu werden. Mit derartigen Problemen muss Bauermann in Würzburg nicht rechnen: Der Klub hat einen finanzstarken Geldgeber und große Ambitionen, unter anderem ist der Neubau einer Halle im Gespräch. Der so eloquente wie entschlossene Bauermann dürfte angesichts eines solchen Großprojekts regelrecht aufblühen.

Außer bei Alba Berlin hat Dirk Bauermann schon bei allen großen deutschen Basketballklubs gearbeitet und ist neun Mal Deutsche Meister geworden. Dass er in Würzburg ähnlich erfolgreich sein wird wie einst in Leverkusen oder in Bamberg, ist nicht unbedingt zu erwarten. Dass er sich mit voller Energie auf seinen neuen Job stürzen und die Bundesliga bereichern wird, ist aber sicher.

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