Sport : Diskussion oder Meckerei

Manfred Amerell

Der Leverkusener Sergej Barbarez erhielt im Spiel gegen Alemannia Aachen wegen Reklamierens von Schiedsrichter Peter Sippel die Gelbe Karte. Zuvor hatte Barbarez sekundenlang mit Sippel gesprochen, ohne dass der Unparteiische reagiert hatte. Wie weit kann ein Spieler in einem Dialog mit dem Schiedsrichter gehen, Herr Amerell?

Der Ton bestimmt die Musik. Wenn ein Spieler sachlich nachfragt, wird er auch eine zufriedenstellende Antwort erhalten. Dabei ist es egal, ob er Spieler oder Spielführer ist. Ein Kapitän hat bei Dialogen keinerlei Sonderrechte. Aber wenn ein Schiedsrichter sagt: „Jetzt ist Ende der Diskussion“, dann muss Schluss sein, auch bei einem sachlichem Dialog. Wenn aber ein Spieler nur kommt, um lautstark zu reklamieren, dann wird ein Schiedsrichter sehr schnell die Gelbe Karte zeigen. Dabei geht es nicht bloß ums gesprochene Wort, fast bedeutsamer ist noch die Körpersprache. Wenn einer höhnisch lacht oder abfällige Bewegungen macht, dann will er damit die Autorität des Unparteiischen untergraben. Deshalb erhält er konsequent Gelb. Und wenn einer sogar aus größerer Entfernung angerannt kommt, um etwas zu sagen, ist die Chance sowieso groß, dass er Gelb sieht, ohne dass ein Wort geredet wurde. Die Erfahrung zeigt, dass ein Spieler in so einem Fall kein Interesse an einer sachlich formulierten Frage hat.

Die Spieler reklamieren ja nicht, um eine Entscheidung zu verändern, sie wollen vielmehr die Schmerzgrenze eines Schiedsrichters an diesem Tag austesten. So etwas passiert jedem Unparteiischen, auch erfahrenen Leuten wie Markus Merk. Wenn ein Schiedsrichter in solchen Fällen nicht konsequent handelt, wird es in der nächsten Konfliktsituation für ihn schwieriger. Und wenn ein Schiedsrichter sich als Rindvieh bezeichnen lässt, ohne darauf zu reagieren, dann ist er auch eines.

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