Diskuswerfen : Die Nachfolgerin

Nadine Müller wird Sechste im Diskusfinale und zeigt, dass sie die Nachfolge der dreimaligen Weltmeisterin Franka Dietzsch antreten könnte

Anke Myrrhe
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Den Dreh raus. Nach dem Ausscheiden von Franka Dietzsch lag die Verantwortung bei der 23-Jährigen Nadine Müller.Foto: dpa

Eigentlich sollte es der Wettkampf der Franka Dietzsch werden. Ob der dreimaligen Weltmeisterin mit 41 Jahren bei ihrem wohl letzten internationalen Wettkampf noch einmal der ganz große Wurf gelingen würde? Alles konzentrierte sich auf die Neubrandenburgerin, auch wenn sie nicht richtig in Form kam in dieser Saison. Doch Dietzsch scheiterte überraschend in der Qualifikation. Fortan taten viele das Diskuswerfen der Frauen unter „aus deutscher Sicht nicht mehr interessant“ ab. Doch eine war da ja noch: Nadine Müller wurde bei ihrer zweiten WM-Teilnahme Sechste und zeigte, dass sie durchaus in der Lage ist, die Nachfolge von Franka Dietzsch anzutreten.

„Es war ein schöner Wettkampf, auch wenn ich nun froh bin, dass er vorbei ist“, sagte die 23-Jährige. Die Diskuswerferinnen hatten wie alle anderen am Freitagabend durch die starken Regengüsse lange auf den Beginn ihres Wettkampfes warten müssen. „Ich bin ganz hibbelig geworden, man weiß ja irgendwann auch nicht mehr, was man machen soll“, sagt die gebürtige Leipzigerin.

Umso mehr freute sich Nadine Müller, als der Wettkampf losging. Doch die ersten beiden Würfe der 1,93 Meter großen Athletin, deren Bewegungen im Ring deswegen irgendwie ungelenk wirken, landeten nur bei 57,53 und 57,62 Metern. Das würde nicht reichen, für die besten Acht. Müller nahm all ihre Konzentration zusammen und warf den Diskus auf 62,66 Meter. Zwischenzeitlich hieß das Platz drei. „Ich wusste, dass es dabei nicht bleiben würde“, sagte sie später. „Aber ich habe mich gefreut, weiter dabei zu sein.“ In dieser Saison hat sie bereits 63,46 Meter geworfen und es ärgerte sie, dass sie den Wettkampf nicht so locker angegangen war wie die Qualifikation. „Aber hier waren dann doch ein- bis zweitausend Zuschauer mehr“, sagte sie.

Trotzdem zog Nadine Müller ein positives Fazit: „Meine Saison war insgesamt sehr gut.“´ In Osaka vor zwei Jahren hatte sie sich nicht für das Finale qualifiziert. Leid tat es Nadine Müller für Franka Dietzsch, die an diesem Tag extra zweimal zu ihr gekommen war, um ihr Glück zu wünschen. Ob sie denn nun bereit sei, ihre Nachfolge anzutreten? „Naja“, sagt Nadine Müller, wissend wie groß die Lücke ist, die Franka Dietzsch hinterlässt. „Ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen.“

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