Diskuswerfen : Harting beweist seine Klasse beim Istaf

Robert Harting schleuderte seinen Diskus für die Berliner auf 68,24 Meter. Doch ganz besonders schien er sich über einen ganz besonderen Gast beim Istaf zu freuen.

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Robert Harting freut sich sichtlich, bei dem Istaf dabei zu sein.
Robert Harting freut sich sichtlich, bei dem Istaf dabei zu sein.Foto: rtr

Sie fielen sich in die Arme, wie zwei alte Kumpels. Sie schlugen ein, dann breitete sich ein großes Grinsen auf dem Gesicht von Robert Harting aus. Er freute sich sichtlich, schließlich hatte der Berliner Diskuswerfer seinen großen Freund den Bären ein ganzes Jahr lang nicht gesehen – seit er ihn sich nach seinem WM-Titel im Olympiastadion locker über die Schulter warf, als sei er nicht mehr als ein verschwitztes Handtuch. Es war ein besonderes Schmanckerl der Istaf-Veranstalter, dass sie ihn wiederbelebten, diesen sympathischen Bären Berlino, den die Zuschauer aus der ganzen Welt während der WM in Berlin in ihr Herz geschlossen hatten. Nun mit rotem T-Shirt und roten Schuhen ausgestattet hüpfte Berlino am Sonntag ebenso fröhlich über die blaue Bahn wie im Sommer 2009 – und er brachte auch seinem Kumpel Robert Harting wieder Glück. Der siegte erstmals auch beim Istaf mit 68,24 Metern vor Benn Harradine aus Astralien und dem Spanier Yennifer Frank Casañas.

Und wie man es von ihm gewohnt ist, lieferte Robert Harting eine große Show. Dabei hatte es zu Beginn mit zwei Fehlversuchen gar nicht gut ausgesehen. „Es war schwer, weil es viele sehr lange Unterbrechungen gab“, sagte Harting später. Doch im dritten Versuch haute er dann gleich einen Wurf auf 65,53 Meter raus. Und dann lief es: Im letzten Versuch steigerte sich der 25-Jährige noch einmal auf die 68,24 Meter – dabei war das gar nicht mehr nötig. Er hatte schon zuvor mit Würfen auf 66,50 und 66,44 Meter sein Konstanz und seine Klasse bewiesen und längst in Führung. „Es war mein Ziel, mich bei 68, 69 Metern zu stabilisieren und das habe ich geschafft“, sagte er zufrieden. In Abwesenheit des Polen Piotr Malachowski, der ihm vor drei Wochen den EM-Titel weggeschnappt hatte, und des estnischen Vorjahressiegers Gerd Kanter knackte Harting zwar auch diesmal nicht die 70 Meter, war aber dennoch zufrieden.

Nur Berlino bekam das diesmal nicht zu spüren. Aber vielleicht war der Mensch in diesem putzigen Bären ja auch ganz froh, dass er diesmal am Boden bleiben durfte.

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