• Disqualifikation nach Striptease beim Hindernis-Zieleinlauf: Nackter Jubel kostet Mekhissi-Benabbad den EM-Sieg
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Disqualifikation nach Striptease beim Hindernis-Zieleinlauf : Nackter Jubel kostet Mekhissi-Benabbad den EM-Sieg

Mahiedine Mekhissi-Benabbad ist bei der Leichtathletik-EM nach seinem Triumph über 3000 Meter Hindernis disqualifiziert worden, weil er auf der Zielgeraden sein Trikot ausgezogen hatte.

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Trikot im Mund, Medaille futsch: Mahiedine Mekhissi-Benabbad.
Trikot im Mund, Medaille futsch: Mahiedine Mekhissi-Benabbad.Foto: Reuters

Er lief durchs Stadion wie ein Fußballprofi, der gerade das Siegtor geschossen hat. Mahiedine Mekhissi-Benabbad riss sich das Trikot vom Oberkörper und breitete die Arme aus. Nur dass der Franzose eben kein Fußball spielt, sondern gerade auf die Zielgerade bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich eingebogen war. Mit nacktem Oberkörper rannte er so dem Sieg über 3000-Meter-Hindernis entgegen. Dachte er jedenfalls, und nahm das Trikot sogar noch zwischen die Zähne.

Nach der Gelben Karte folgt die Disqualifikation

Doch erst hielt ihm im Zielraum ein Kampfrichter eine Gelbe Karte vor, später folgte eine weit härtere Strafe. Mekhissi-Benabbad wurde disqualifiziert. „Als ich mein Trikot auszog auf den letzten Metern war das reine Freude“, sagte er direkt nach dem Rennen. „Es war die Lust am Gewinnen. Ich war so glücklich, meinen Titel zu verteidigen.“

Der Franzose ist nämlich kein Anfänger. Es war schon sein dritter Sieg über 3000-Meter-Hindernis bei Europameisterschaften. Da hätte er eigentlich wissen können, dass überschäumende Freude im Wettkampf Konsequenzen haben kann und Kampfrichter nicht immer Spaß verstehen.

Die Franzosen legten Protest gegen die Disqualifikation ein

Schon bei seinen vorangegangenen EM-Titeln war Mekhissi-Benabbad jedoch unangenehm aufgefallen. Nach seinem Sieg bei der EM 2010 in Barcelona drückte er ein Maskottchen zu Boden, bei der EM 2012 in Helsinki schubste er das offizielle Maskottchen weg. Diesmal war es eher eine ausgelassene Aktion, aber die Regel besagt, dass ein Athlet seine Startnummern zu jeder Zeit sichtbar tragen muss, also auch die auf dem Trikot.

Die Franzosen legten Protest gegen die Disqualifikation ein. Der wurde jedoch abgelehnt. Sieger ist nun der Franzose Yoann Kowal. Mit ihm hatte Mekhissi-Benabbad eigentlich zusammen feiern wollen. Als er von seinem Ausschluss noch nichts ahnte, sagte er: „Ich teile meine Freude mit Yoann. Heute werde ich meinen Sieg genießen und wir werden sehen, wie der Abend endet.“

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