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Hertha BSC ist glücklich, den Aufstieg mit einem Sieg in Duisburg selbst regeln zu können

Berlin - Am gestrigen Feiertag kramte Michael Preetz in seinen Erinnerungen. Erinnerungen, die 14 Jahre zurück reichen. Genauer gesagt an den 22. Mai des Jahres 1997. Es war ein besonderer Tag für Hertha BSC. An jenem Abend gewann der damalige Zweitligist in Unterhaching 2:1 und machte damit den Aufstieg in die Bundesliga nach einer gefühlten Ewigkeit perfekt. Seine „ganz persönlichen Erinnerungen“ seien nicht die besten, wie Preetz gestern sagte. Weil er, wie übrigens auch Kapitän Axel Kruse, für dieses Spiel gesperrt war. Der Klub hatte also ohne seinen ersten Sturm die noch fehlenden Punkte zu holen. Er holte sie, Ante Covic und Michel Dinzey schossen die Tore zum Aufstieg.

Es war damals der 31. Spieltag, und der Zufall will es, dass Hertha jetzt wieder drei Spieltage vor dem Saisonende den Aufstieg perfekt machen kann. „Wir müssen nicht auf andere schauen, wir sind in der glücklichen Situation, es selbst regeln zu können. In Duisburg wollen wir den letzten Schritt gehen“, sagte gestern Michael Preetz, inzwischen Manager des Vereins. „Montagabend wollen wir hoch gehen.“

Hoch gehen in die Bundesliga, die Hertha im vergangenen Sommer durch die Hintertür hatte verlassen müssen. Hertha hatte eine erbärmliche Saison gespielt, dabei den Heimspiel-Negativ-Rekord von Tasmania geknackt, der 44 Jahre von Bestand war und als unbrechbar galt. Hertha hatte keine Peinlichkeit ausgelassen, und so war in der Nach-Hoeneß-Ära aus Werner Gegenbauer ein Abstiegspräsident und aus Preetz ein Abstiegsmanager geworden. Jetzt sind es nur noch wenige Tage, bis dieser Tiefpunkt zumindest wieder auf Null zurückgefahren ist.

„Wir nehmen es selbst in die Hand“, sagte Trainer Markus Babbel. Da die Konkurrenz aus Bochum (0:0 gegen Paderborn) nicht ganz mitspielte, müssen die Berliner ihr Spiel beim MSV in Duisburg nun gewinnen. Für den Fall aber, dass Greuther Fürth am Ostersonnabend bei 1860 München nicht gewinnt, würde Hertha sogar ein Unentschieden reichen. Aber so möchte niemand denken bei Hertha.

Peter Niemeyer hatte schon unter der Woche gesagt, dass es ihm am liebsten wäre, „wenn wir nicht auf der Couch, sondern es auf dem Platz schaffen würden“. Nun dürfen sie es, nun müssen sie es selbst regeln.

Doch allein mit dem Aufstieg will sich niemand bei Hertha zufriedengeben. „Wir haben noch ein weiteres Ziel“, sagte Manager Preetz. „Wir wollen am 15. Mai auch als Erster rausgehen.“ Hertha möchte also den Titel im Unterhaus gewinnen, was auch immer daran so erstrebenswert sein mag. „Zweitliga-Meister – ich bin’s noch nie geworden“, sagte Babbel und wollte das als Zielsetzung verstanden wissen. Er wolle eben nicht, dass Hertha im letzten Spiel im bereits ausverkauften Olympiastadion dem Gegner aus Augsburg „die Schale überlassen“ muss. „Es wäre ja fahrlässig, wenn wir nach dem Aufstieg“ die restlichen Spieltage bis zum Saisonabschluss „dahinschludern lassen würden“, wie es der 38-jährige Bayer ausdrückte.

Aus diesem Grund aber sollte sich die aktuelle, dem Aufstieg in die Bundesliga geweihte Mannschaft nicht zu sehr ein Vorbild nehmen an jener von vor 14 Jahren. Nachdem der Aufstieg in Unterhaching perfekt gemacht worden war, gingen die drei restlichen Zweitligaspiele allesamt verloren.

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