Sport : Doch wieder Formel 1 auf dem Nürburgring?

Nürburg - Wird es trotz Insolvenz des Nürburgrings im nächsten Jahr wieder ein Rennen auf der Bahn in der Eifel geben? Über diese Frage soll offenbar bis nächsten Mittwoch entschieden werden. Nach dem Streit über die Räumung des Rings seien am Donnerstag wieder Gespräche mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in London geführt worden, sagte Jörg Lindner, Gesellschafter der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), am Freitag. Der Pachtstreit habe allerdings die Gespräche mit Ecclestone negativ beeinflusst, räumte Lindner ein.

Hintergrund des Streits waren ausstehende Pachtzahlungen der NAG für den weitgehend landeseigenen Nürburgring, weshalb das Land Rheinland-Pfalz den privaten Pächtern noch vor der Insolvenz im Sommer gekündigt hatte. Dagegen wehrten sich diese jedoch, woraufhin die Landesregierung eine Räumungsklage beim Landgericht Koblenz eingereicht hatte. Dieser Konflikt wurde diese Woche mit einem Vergleich, bei dem der NAG ein Großteil der Pachtschulden erlassen wurde, beigelegt.

Im Gegenzug verliert die NAG an Einfluss und das operative Geschäft geht an die Sanierer der Rennstrecke über. Allerdings dürfen die NAG-Gesellschafter Linder und Kai Richter ein mögliches Formel-1-Rennen ausrichten – unter einer Voraussetzung: Zwar stellt die Nürburgring GmbH die Strecke 14 Tage lang kostenlos zu Verfügung, will aber keine Startfeldgebühr an Ecclestone zahlen. Das erhöht die Chancen für die Mitbewerber, darunter der Hockenheimring.

Linder und Richter kündigten zudem an, den Nürburgring trotz der zurückliegenden Turbulenzen kaufen zu wollen. Der Betrieb sei wirtschaftlich, man habe den Umsatz verdreifacht. Nun soll möglichst bald die Suche nach Investoren und die EU-konforme Ausschreibung beginnen. dapd

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