Sport : Dopern droht Ausschluss von Olympia

Montreal - Dopingsünder müssen von 2015 an in besonders krassen Fällen mit einem Olympia-Ausschluss rechnen. Im Entwurf ihres neuen Codes hat die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada den entsprechenden Artikel 10.15 modifiziert. Unter „besonderen Umständen“, heißt es in dem neuen Paragrafen, könne ein Sportler im Falle von Doping mit einer „zusätzlichen Sperre“ belegt werden. Diese würde dann jeweils für den kommenden vierjährigen Olympiazyklus – Sommer oder Winter – gelten.

Dies teilte die Wada am Wochenende nach dem Ende ihrer zweiten Konsultationsphase über den neuen Anti-Doping-Code mit. Im November 2013 soll der neue, für alle Länder verbindliche Code auf der Weltkonferenz in Johannesburg verabschiedet werden. Die dritte Beratungsphase endet am 1. März 2013.

Die Wada begründete die Revision dieses besonders heiklen Paragrafen mit dem Ziel der globalen Harmonisierung. Diese sei „gravierend unterminiert“ worden, weil einzelne Länder ihre eigenen Regeln aufgestellt hatten. So hatte der britische Verband als einziges Nationales Olympisches Komitee eine lebenslange Strafe für Doper in seinem Reglement festgeschrieben. Diese harte Sanktion war vom Internationalen Sportgerichtshof Cas allerdings Ende April gekippt worden.

Der Cas hatte im vergangenen Jahr auch die sogenannte Osaka-Regel des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für ungültig erklärt, nach der Doping-Sünder automatisch von den nächsten Olympischen Spielen ausgeschlossen waren. Auch diese Regel stand im Widerspruch zum Wada-Code. Das IOC will den neuen Code, der am 1. Januar 2015 in Kraft treten soll, durch die Osaka-Regel ergänzen lassen. dpa

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