Doping : Blutprofile für Top-Athleten

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will für 20 Athleten seines so genannten Top-Teams Blutprofile anlegen lassen, um damit seine eigenen Anstrengungen im Anti-Doping-Kampf zu verstärken.

Berlin - Zugleich will der DLV beim nächsten Kongress des Weltverbandes IAAF einen Antrag einbringen, der Blutprofile als internationalen Standard einfordern soll, kündigte DLV-Präsident Clemens Prokop weiter an. "Diese individuellen Profile von Athleten allein können allerdings Doping nicht optimal bekämpfen", erklärte Prokop. Er forderte erneut, mit staatlichen Maßnahmen müsste ein "Strukturwandel" eingeleitet werden.

Vor der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag in Weimar unterstrich Prokop, die Mehrheit des organisierten Sports würde Rechtsverschärfungen befürworten. Allerdings sperrt sich ein Großteil der Delegierten aus Fachverbänden und Landessportbünden gegen die Verankerung eines Besitzstraftatbestandes im Strafgesetzbuch. "Der Meinungsbildungsprozess ist jetzt abgeschlossen. Nun ist die Politik am Zuge", sagte Prokop.

Besitz unerlaubter Substanzen bald strafbar?

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert forderte erneut, den Besitz von Dopingpräparaten unter Strafe zu stellen. Noch sei der Koalitionspartner CDU/CSU gegen diese Rechtsverschärfung, erklärte Danckert, der auch Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses ist. Wenn Anfang des kommenden Jahres der Bundestag die Anti-Doping- Deklaration der Unesco ratifiziere, müsse der Gesetzgeber nach dem Inhalt des Vertragswerks jedoch den Besitz von unerlaubten Substanzen als strafbar einstufen.

Bayerns Justizministerin Beate Merk betonte, mit dem Strafrecht müssten staatliche Sanktionen gegen dopende Sportler ermöglicht werden. "In der Bevölkerung besteht der Wunsch, dass die Bürger, die viel Geld verdienen und im Rampenlicht stehen, sauber und fair arbeiten", sagte die CSU-Politikerin. Gerade weil das Ansehen des Sports in der Öffentlichkeit sinke, müsse der Staat mit gesetzgeberischen Maßnahmen den fairen Sport und die Chancengleichheit schützen. Merk hatte für die bayrische Staatsregierung einen Entwurf für ein Anti-Doping-Gesetz in den Bundesrat eingebracht. (tso/dpa)

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