Doping : CDU-Politiker für schärfere Strafen

Der Besitz von Dopingmitteln soll in Zukunft unter Strafe stehen, fordert der für Sportpolitik zuständige Bremer Innensenator Thomas Röwekamp (CDU). Jan Ullrich sei zudem kein Doping-Opfer, sondern Täter.

Berlin - In Bezug auf die geplante Doping-Gesetzgebung sagte Röwekamp im Deutschlandradio Kultur: "Es kann für mich nicht das Ergebnis sein, dass die Betreuer und Ärzte, die das Doping ermöglicht haben, der strafrechtlichen Sanktionierung zugeführt werden. Und der Einzige, der nicht bestraft wird, ist der Sportler selbst." Natürlich sei "Jan Ullrich nicht das Opfer von Doping, sondern eigentlich der Täter", betonte der Vorsitzende der Sportministerkonferenz.

Röwekamp wies zugleich jedoch darauf hin, dass man jetzt aufpassen müsse, sich in dieser Frage nicht "international zu isolieren". Die Gefahr sei, dass bei einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren sich niemand mehr traue, die sofortige Sperre für den Sportler zu verhängen mit dem Hinweis auf das Ermittlungsverfahren. Bisher wirke die sportliche Sperre für viele Sportler "drastischer" als ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren, ist der CDU-Politiker überzeugt.

Von der strafrechtlichen Sanktionierung des Besitzes von Dopingmitteln erhofft sich Röwekamp darüber hinaus, dass bei den Ermittlungen gegen Dopingsünder auf die Instrumente Durchsuchung und Telefonüberwachung zurückgegriffen werden kann. "Diese Maßnahmen wurden bei Dopingfällen aber bisher nur eingeschränkt eingesetzt, weil es kein eigenständiger Straftatbestand ist", sagte Röwekamp. "Deswegen spricht vieles dafür, auch den Besitz unter Strafe zu stellen." (tso/ddp)

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