Doping : DLV fordert gesetzliche Regelung

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat sich für ein nationales Anti-Doping-Gesetz ausgesprochen. In einem Grundsatzpapier zur Dopingbekämpfung wurde die Bundesregierung um Unterstützung gebeten.

Darmstadt - Der Sport könne nur durch erweiterte staatliche Verbote ausreichend geschützt werden, erklärte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), Clemens Prokop. Dies erfordere, dass der dopende Sportler zum Subjekt strafrechtlicher Ermittlungen werde.

Die jüngsten Dopingfälle hätten den Sport in eine Glaubwürdigkeitskrise geführt. Ohne eine glaubwürdige und effiziente Bekämpfung des Dopings werde der Sport keine Zukunft haben, heißt es in dem Papier.

Nach Einschätzung des DLV leiste der Sport derzeit nur eine unzureichende Dopingbekämpfung. Der offiziellen Statistik der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) zufolge, wurden im Jahr 2005 bei cirka 9000 zu kontrollierenden Athleten nur 4482 Trainingskontrollen durchgeführt. Dies bedeute einen Quotienten von 0,5. Bedenke man, dass Top-Athleten etwa 5-6 mal pro Jahr im Training kontrolliert werden, verschiebe sich der statistische Quotient für viele Athleten noch nach unten.

Zudem hätten die staatlichen Ermittlungen in den Fällen Balco (USA), Eufemiano Fuentes (Spanien) und Thomas Springstein (Deutschland) gezeigt, dass Top-Athleten trotz ihrer Einbindung in Kontrollsysteme des Sports über Jahre hinweg unentdeckt Dopingmittel einnehmen konnten. (tso/ddp)

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