Doping : Ein utopisches Angebot

Benedikt Voigt erklärt, warum die Nada Claudia Pechstein nicht hilft.

Benedikt Voigt

Man muss sich diesen Langzeittest nur einmal praktisch vorstellen. Ein Mitarbeiter der Nationalen Anti-Doping-Agentur müsste Claudia Pechstein 24 Stunden lang nicht von der Seite weichen. Er müsste mit ihr essen, nachts neben ihr schlafen, und wenn sie auf die Toilette geht, müsste ihr dieser Mitarbeiter auch dorthin folgen. Um sicherzustellen, dass sie bei dieser Gelegenheit keine verbotenen Mittel zu sich nimmt. Und wenn der Mitarbeiter die Toilette aufsucht, müsste wiederum Claudia Pechstein ihm folgen. Um nicht für einen Moment lang unbeobachtet zu sein. Kurzum: Ein solcher Test, der beweisen soll, dass Claudia Pechsteins Werte eine natürliche Ursache haben, ist eigentlich nicht praktikabel.

Es ist verständlich, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) einen derartigen Test bei der des Dopings verdächtigen Claudia Pechstein nicht leisten kann. Das hat die Nada nun bekannt gegeben. Doch es ist auch nicht ihre Aufgabe. Die Nada soll, wie der Name sagt, den Kampf gegen das Doping führen. Ihre Finanzmittel sind überschaubar, auch hat sie keine Mitarbeiter, die einen solchen Test auch nur annähernd begleiten könnten. Aber sie muss auch nicht des Dopings verdächtige Athleten unterstützen, Beweise für ihre Entlastung zu sammeln. Für Claudia Pechstein, sollte sie nicht gedopt haben, mag das bedauerlich sein. Doch es gibt keine andere Möglichkeit. Nun der Nada auch noch diese Aufgabe zu übertragen, ist utopisch. Dafür ist der Anti-Doping-Kampf schwierig und teuer genug.

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