Doping : Eisbären: Zirkus um Busch

Der Fall Florian Busch lässt die Weltantidopingagentur Wada nicht los. Sie streitet sich mit dem Eishockey-Weltverband.

Claus Vetter
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Florian Busch

Berlin - Florian Busch ist ein Aufklärer wider Willen. Der Eishockeyprofi von den Berliner Eisbären hat Lücken in der Dopingbekämpfung offengelegt. Seine verweigerte Dopingprobe vom März dieses Jahres ist zum Politikum geworden. Busch konnte von einem Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht mit den von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada geforderten zwei Jahren Sperre belegt werden, weil der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) nicht den aktuellen Wada-Code in seinen Statuten hatte und Busch nicht die er forderliche Athletenvereinbarung unterschrieben hatte.

Der DEB ist also schuld daran, dass Busch nicht bestraft werden kann. Die Wada will aber nicht resignieren: Sie hat bereits am 27. Mai beim internationalen Sportgerichtshof Cas Klage gegen den Eishockeyweltverband IIHF eingereicht. Diese Klage ruht zurzeit. Der Weltverband hatte bei der Weltmeisterschaft im Mai in Kanada verbreitet, Busch sei von der Wada von allen Vorwürfen freigesprochen worden. Dabei hatte die Wada zu Beginn der WM versucht, die Spielberechtigung von Busch zu verhindern. Das hatte der Weltverband abgelehnt. Erst sei der Rechtsweg in Deutschland auszuschöpfen – eine solche Regelung findet sich aber in keinem Statut. David Howman, Generalsekretär der Welt- Anti-Doping-Agentur, hat nun gesagt, dass er erwarte, dass der IIHF Druck auf den DEB ausübe. Klaus Sturm, Anwalt bei den Eisbären, sagt: „Dass es so eine Klage beim Cas geben soll, haben wir gehört. Welche Auswirkungen die haben könnte, können wir nicht sagen.“ Busch könnte wahrscheinlich zwei Jahre für die Nationalmannschaft gesperrt werden, er würde somit die WM 2010 im eigenen Land verpassen, und der schon mächtig ramponierte Ruf des DEB würde weiter leiden.

Dabei setzt sich der DEB inzwischen mit dem Thema Doping ernsthaft aus einander. Im Juli hat der Verband den Code der nationalen Anti-Doping-Agentur Nada (der Code ist identisch mit dem der Wada) ins Regelwerk aufgenommen. Zudem kommen immer mehr Schlampereien im Kampf gegen Doping an die Oberfläche: Nun teilte die Wada mit, dass unter anderem auch die Handballer den Wada-Code nicht in ihren Statuten haben. Das ganz große Um denken hat wohl noch nicht eingesetzt: In der zurzeit laufenden Saison der Eishockey-Champions- League, Busch und die Eis bären haben auch daran teilgenommen, gibt es gar keine Dopingkontrollen. Regie in dem Wettbewerb führt der internationale Eishockeyverband IIHF.

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