Doping : Eishockeyprofi Busch klagt gegen Cas-Urteil

Nach seiner verweigerten Dopingprobe wurde Eisbären-Profi Florian Busch für zwei Jahre gesperrt. Nun klagt er gegen das Urteil.

Katrin Schulze
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SIeger vor Gericht? Florian Busch.Foto: dpa

Berlin - Florian Busch kämpft einfach weiter – auf dem Eis und außerhalb. Ab kommender Woche wird er bei seinem Klub, den Eisbären Berlin, mit den Vorbereitungen auf die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) beginnen. Und das, obwohl der Internationale Sportgerichtshof Cas ihm eigentlich die Spielberechtigung entzogen hatte: Wegen einer am 6. März 2008 verweigerten Dopingprobe sperrte der Cas Busch für zwei Jahre bis Februar 2011. Dagegen will der 24 Jahre alte Nationalspieler nun vorgehen. „Wir haben eine Rechtsbeschwerde beim Schweizer Bundesgericht eingelegt“, sagt sein Anwalt Georg Engelbrecht. Er hält das vom Cas gesprochene Urteil für anfechtbar und schätzt die Aussichten auf Erfolg gut ein.

Darüber hinaus ist weiterhin fraglich, ob das Urteil des Cas überhaupt auf den Ligabetrieb in Deutschland angewendet werden kann. Nur wenn die Welt-Anti- Doping-Agentur Wada beim Berliner Kammergericht eine Vollstreckbarkeitserklärung einholt, ließe sich ein Spielverbot durchsetzen. „Zum jetzigen Zeitpunkt erkenne ich keinen Grund, warum Florian nicht in der DEL auflaufen kann“, sagt Anwalt Engelbrecht. Einen triftigen Grund für eine Sperre sieht offenbar auch Buschs Klub nicht: Er berief seinen technisch versierten Angreifer schon in den Kader für die kommende Spielzeit.

Dass Busch am 4. September beim Saisonauftakt der Eisbären in Kassel dabei sein wird, ist relativ wahrscheinlich, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke: „Wir werden ihn wohl erst einmal lizenzieren müssen.“ Tripcke fürchtet Schadensersatzklagen, solange das Urteil in Deutschland noch nicht rechtskräftig ist – und das kann dauern. Drei bis sechs Monate wird sich das Verfahren beim Schweizer Bundesgericht hinziehen, glaubt Engelbrecht. Aber damit muss die scheinbar unendliche Causa Busch noch nicht beendet sein. „Wir werden auch danach alle rechtlichen Mittel ausschöpfen“, sagt Georg Engelbrecht. Katrin Schulze

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