Doping : Floyd Landis greift zur letzten Waffe

Der US-Amerikaner ficht die Aberkennung seines Toursieges 2006 vor dem Internationalen Sportgerichtshof an. Seine Chancen stehen aber eher schlecht.

Denver/Boston - Floyd Landis zieht im Kampf gegen seine zweijährige Dopingsperre und die Aberkennung seines Gesamtsieges bei der Tour de France 2006 vor den Internationalen Sportgerichtshof. Der 32 Jahre alte Radprofi hat am Dienstag (Ortszeit) offiziell das gegen ihn gefällte Urteil vor dem Cas in Lausanne angefochten. Die nicht öffentliche Anhörung findet in den ersten Monaten des kommenden Jahres statt. Das Urteil der höchsten sportrechtlichen Instanz kann nicht mehr angefochten werden.

Ein US-Schiedsgericht hatte Landis am 20. September für schuldig befunden, auf der 17. Tour-Etappe im vergangenen Jahr mit Testosteron gedopt zu haben. Der Amerikaner war daraufhin rückwirkend vom 30. Januar 2007 an für zwei Jahre gesperrt worden. Zudem hatte der Radsport-Weltverband UCI den zweitplatzierten Spanier Oscar Pereiro zum TourSieger erklärt. Bestätigt der Cas das Urteil der US-Juristen, wäre Landis der erste Gesamtsieger in der 105-jährigen Geschichte der Tour de France, der nachträglich seinen Titel verliert.

Im 90-seitigen Schreiben der Anwälte des US-Amerikaners heißt es, dass Landis die permanenten Bemühungen zur Ausrottung des Dopings im Radsport voll unterstütze: „Um einen fairen Prozess zu gewährleisten und zum Schutz vor ungerechter Verurteilung einer Person für eine Sache, die sie nicht getan hat, muss das Anti-Doping-System aber eine adäquate Balance zwischen dem Bedürfnis nach Genauigkeit und Glaubwürdigkeit bei Laborergebnissen und Fairness im Sport finden.“

Landis’ Anwälte sehen ein „klares Fehlurteil“ des Schiedsgerichts und kritisierten die Untersuchungsmethoden der Proben in einem französischen Labor. „Wir werden erneut beweisen, dass bei den Untersuchungen gegen zahlreiche Regeln verstoßen wurde, sodass die Ergebnisse nichtssagend und fehlerhaft sind“, sagte Verteidiger Maurice Suh. Der Kölner Dopingexperte Wilhelm Schänzer, der als Gutachter an dem Landis-Verfahren beteiligt war, hatte dagegen erklärt, die festgestellten Daten seien ausgezeichnet und nicht fehlerhaft gewesen.

Der bisherige Prozess hat Floyd Landis rund zwei Millionen Dollar gekostet. Der Amerikaner versuchte unter anderem, mit dem Verkauf von Autogrammkarten die Kosten für das Verfahren aufzubringen. dpa

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