Doping im Biathlon : Ein unmöglicher Verdacht

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Bei den jüngsten Dopingfällen im Biathlon liegt einiges im Ungewissen. Noch ist nicht bekannt, wer positiv getestet worden ist, um welche Dopingsubstanzen es sich handelt, oder ob nun zwei Russen und ein Litauer gedopt haben oder umgekehrt. Klar ist jedoch, dass die Fälle das Potenzial haben, die in der kommenden Woche beginnenden Winterspiele von Sotschi zu überschatten. Mit dem russischen Team ist nicht nur der Gastgeber betroffen, sondern auch eine führende Nation im Biathlon. Deutlich wird durch die Dopingfälle aber auch, dass einige russische Sportfunktionäre vom Antidopingkampf noch nicht viel verstanden haben.

Wie sonst sind die ersten Reaktionen zu erklären, die nach dem Bekanntwerden der Fälle überliefert worden sind? So sagte Sportminister Witali Mutko, der Vorwurf könne die russische Hauptmannschaft nicht betreffen, weil sie sich „unter der Kontrolle“ befinde. Wieso aber sollten Athleten nicht dopen, nur weil Russland seine wichtigsten Sportler kontrolliert? Auch im DDR-System hat es Kontrollen gegeben, nämlich Ausreisekontrollen, bevor der zuvor gedopte Athlet zu seinen Wettkämpfen fuhr. Und Olympiasieger Sergej Tschepikow schloss sogar eine „Provokation“ nicht aus. Womöglich wolle jemand die Position der russischen Nationalmannschaft vor den Winterspielen schwächen, sagte er. Das wiederum bestätigt nur das Bild, das der Rest der Welt von diesen Winterspielen bekommt: Dass es dabei nicht um ein Sportfest für die Jugend der Welt geht – sondern darum, Ruhm und Ehre der russischen Nation und ihres Präsidenten Wladimir Putin zu mehren. Womöglich auch mit Doping?

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