Sport : Doping in Italien: Wieder ein Sünder in der Serie A

Der Fußball hat seinen prominentesten Doping-Sünder nach Diego Maradona: Fernando Couto, portugiesischer Nationalverteidiger in Diensten des Italienischen Meisters Lazio Rom, wurde die Einnahme des anabolen Wirkstoffes Nandrolon nachgewiesen. Nachdem zu Jahresbeginn das italienische Doping-Gesetz verschärft wurde, droht dem 31-Jährigen nicht nur eine Sperre, sondern auch eine Haftstrafe bis zu drei Jahren und/oder eine Geldstrafe bis zu 100 000 Mark. Das Gesetz gilt als das schärfste der Welt.

"Ich habe nichts zu befürchten, ich habe nichts genommen. Ich bin sehr verbittert, das war wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel", sagte Couto, der in seiner Laufbahn mit dem FC Porto, dem AC Parma, dem FC Barcelona und Lazio Rom fünf nationale Meisterschaften und drei Europapokalsiege feierte. Die positive Probe wurde dem Abwehrspieler am 28. Januar nach dem 4:1-Sieg von Lazio im Punktspiel beim AC Florenz entnommen. Nach Angaben der Zeitung "La Repubblica" ist Couto in dieser Saison bereits fünfmal getestet worden. "Das ist alles sehr seltsam. Der Verein steht hinter Couto. Es kann sich nur um einen Irrtum handeln. Wir müssen die B-Probe abwarten", sagte Lazio-Präsident Sergio Cragnotti.

Sollte sich der Verdacht gegen Couto bestätigen, muss der EM-Teilnehmer von 1996 und 2000 mit drastischen Strafen auch von Verbandsseite rechnen. Die Fußball-Profis Christian Bucci und Salvatore Monaco vom FC Perugia, die im vergangenen Herbst ebenfalls der Einnahme von Nandrolon überführt wurden, sperrte der talienische Fußball-Verband (Figc) für jeweils 16 Monate. Gleiches galt für Andrea Da Rold vom Zweitliga-Klub Pescara. Insgesamt ist Couto bereits der neunte Nandrolon-Fall in den drei italienischen Profi-Ligen. "Ich fürchte, dass in gewissen sauberen Medikamenten Nandrolon-Rückstände drin sind", sagte selbst Adriano Galliani, Vize-Präsident des Liga-Konkurrenten AC Mailand.

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