Doping : Jan Ullrich gewinnt vor Gericht

Jan Ullrich werden beim Oberlandesgericht 340 000 Euro von seinem ehemaligen Arbeitgeber Coast zugesprochen. Er sagt: "Es ist immer leicht, die Wahrheit zu sagen."

Mathias Klappenbach
Radrennen "Rund um Koeln": Sieger Jan Ullrich
Fingerzeig. Jan Ullrich im Trikot von Team CoastFoto: ddp

Jan Ullrich hatte gestern allen Grund, zufrieden zu sein. Er hatte gerade Recht bekommen, ihm wurden 340 000 Euro plus Zinsen zugesprochen und es hatte ihn nicht einmal Anstrengung gekostet. „Es ist schön, dass die Wahrheit gesiegt hat. Mir fiel es heute sehr leicht. Die Wahrheit zu sagen, ist immer leicht“, sagte Ullrich, nachdem das Oberlandesgericht Düsseldorf seiner Klage gegen sein ehemaliges Team Coast auf Gehaltszahlung stattgegeben hatte.

Ullrich hatte dort Anfang 2003 vier Monate lang unter Vertrag gestanden, bis das Team insolvent wurde. Der Betreiber Günther Dahms wollte einen Großteil des Gehaltes von Ullrich nicht zahlen, weil er davon ausgeht, dass der Radprofi damals gedopt gewesen ist.

Unter Eid sagte Ullrich gestern doppelt gemoppelt aus, er habe sich „keinerlei unerlaubter Doping-Mittel oder -Methoden bedient, die nach dem Reglement verboten wären.“ Für eine Falschaussage unter Eid droht eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr.
Ullrich sagte: "Jeder der mich kennt weiß, dass ich unter Eid nie lügen würde.“

In Hamburg läuft noch ein Verfahren

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Ullrich sind seit April abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Bonn hatte das Verfahren wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil seines ehemaligen Arbeitgebers – dem Team T-Mobile – gegen die Zahlung einer sechsstelligen Summe eingestellt. Oberstaatsanwalt Fred Apostel sagte trotzdem, dass Ullrich mit Sicherheit gedopt habe. Das hatte Ullrich als „Nachtreten“ bezeichnet.

Ob er in seiner Zeit beim Team Coast gedopt hat, wird wohl niemand mehr zu ermitteln versuchen, falls nicht noch überraschende Beweise oder Zeugenaussagen auftauchen sollten.

Mit dem gestrigen Urteil sind noch nicht alle gerichtlichen Auseinandersetzungen des im Februar 2007 zurückgetretenen Ullrich beendet. Vor dem Landgericht Hamburg läuft noch ein weiteres Verfahren. Der Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke hatte den 34-Jährigen bezichtigt, dem spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes Geld für verbotene Substanzen bezahlt zu haben. Jan Ullrich klagt dagegen. (mit dpa)

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