Doping : Radfahrbund suspendiert Olympia-Arzt

Eine Sportart steht unter Generalverdacht und wie es scheint zu Recht. Doping gab es auch im Amateurradsport - der Bund Deutscher Radfahrer hat seinen Olympia-Arzt Georg Huber suspendiert.

Hamburg - Neben dem suspendierten Huber steht auch U23-Bundestrainer Peter Weibel unter Verdacht. Er wurde "für Dienstag nach Pfingsten zu einem Gespräch einbestellt". Weibel soll nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" schon in den 80er Jahren zusammen mit dem Freiburger Mediziner Huber einige seiner Fahrer im deutschen Amateur-Radsport mit Dopingmitteln versorgt haben. "Wir werden mit ihm die Situation erörtern und im Lichte dieser Erörterung dann auch weitere Konsequenzen entscheiden", erklärte BDR-Präsident Rudolf Scharping in einer Pressemitteilung.

Die ehemaligen Fahrer Jörg Müller und Christian Henn sagten der Zeitung, dass sie als Amateure Doping bekommen haben. "Es ging doch nicht 1995 los, wie bei Telekom, sondern schon viel früher", berichtete der 39 Jahre alte Müller. Schon 1987 sei er während einer Rundfahrt in Frankreich vom damaligen Straßen-Bundestrainer Weibel persönlich mit Andriol versorgt worden. Weibel habe den Fahrern auch noch weitere Medikamente gegeben, sagte Müller: "Ich weiß nicht was, auch Injektionen." Müllers Doping-Beichte bestätigte Henn zu weiten Teilen. Am Dienstag hatte er bereits zugegeben, während seiner Profizeit beim Team Telekom gedopt zu haben. Er habe von Weibel Andriol und Kortison bekommen. "Ich sage jetzt nur noch die Wahrheit", betonte Henn.

Müller berichtete, das Doping im westdeutschen Team sei als Notwendigkeit empfunden worden, um gegen die entsprechend präparierte ostdeutsche Konkurrenz bestehen zu können. "Uns war klar, dass die im Osten gedopt haben - also mussten wir auch was nehmen, das Ganze lief in enger Abstimmung mit Professor Huber von der Uni Freiburg." (tso/dpa)

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