Doping : Russische Leichtathleten zwei Jahre gesperrt

Vor den Olympischen Spielen in Peking wurden sieben russische Weltklasse-Leichtathleten suspendiert. Sie sollen ihre Urin-Proben bei Doping-Kontrollen manipuliert haben. Ein zusätzlicher DNA-Test bestätigte nun den Verdacht.

Olga Jegorowa
Olga Jegorowa ist Doping-Fahndern schon zum zweiten Mal ins Netz gegangen. -Foto: dpa

Frankfurt/Main/MoskauDie sieben russischen Athleten sind nach dem vorolympischen Doping-Skandal nun von ihrem nationalen Verband für zwei Jahre gesperrt worden. Dies meldete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Montag in Moskau. Unter den Sündern sind die zweifache Weltmeisterin über 1500 Meter, Tatjana Tomaschowa, und Jelena Sobolewa, Hallen-Weltmeisterin über die gleiche Distanz.

Wegen manipulierter Urin-Proben suspendiert

Wenige Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking hatte der Leichtathletik-Weltverband IAAF die sieben russischen Weltklasse-Sportlerinnen wegen des Verdachts der Manipulation von Urin-Proben bei Doping-Kontrollen suspendiert. Dieser Verstoß gegen Regel 32.2 des Weltverbandes wird wie ein Doping-Vergehen gewertet.

Neben Sobolewa und Tomaschowa betraf dies Olga Jegorowa, die Ex-Weltmeisterin über 5000 Meter, Hallen-Vizeweltmeisterin Julia Fomenko (1500 Meter), Langstreckenläuferin Swetlana Tscherkassowa sowie die Diskus-Europameisterin Darja Pischtschalnikowa und die EM-Dritte im Hammerwerfen, Gulfija Chanafejewa.

"Meilenstein im Anti-Doping-Kampf"

Die IAAF war den russischen Athleten nach eigenen Angaben durch einen zusätzlichen DNA-Test auf die Spur gekommen. Helmut Digel (Tübingen), Council-Mitglied der IAAF, hatte dies als "Meilenstein im Anti-Doping-Kampf" bezeichnet.

Jegorowa war bereits einmal ins Netz der Doping-Fahnder geraten, aber entkommen: Bei einem Doping-Test beim Golden-League-Meeting im Juli 2001 wurde das Blutdopingmittel Erythropoetin (Epo) in der A-Probe nachgewiesen. Eine zunächst verhängte zweijährige Sperre wurde ausgesetzt, weil der Test aus formalen Gründen nicht gewertet werden konnte.

Einen Monat später trat Jegorowa bei der WM 2001 in Edmonton an und gewann den Titel über 5000 Meter. Am 31. August 2001 stellte sie in Berlin mit 14:29,32 Minuten einen Weltrekord über diese Distanz auf. (sg/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben