Doping : "So rum oder so rum"

Peter Becker ist aufgebracht. Der ehemalige Trainer von Jan Ullrich fordert seinen früheren Schützling zum Reden auf.

Berlin - "Ich erwarte ganz einfach eine Stellungnahme von Jan, so rum oder so rum", sagte Peter Becker dem Nachrichtensender "N24". Ullrich, der am 26. Februar seinen Rücktritt vom Radsport erklärt hatte, habe ihm immer seine Unschuld versichert. "Wenn er hoch und heilig verspricht, er macht das nicht; verdammt noch mal, kann man denn gar keinem trauen?" fragte Becker. "Was wirklich passiert ist? Der Jan könnte es sagen, wenn er es sagen will."

Für den Vorsitzenden des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert, spielt eine Stellungnahme Ullrichs nach den Geständnissen mehrerer ehemaliger Teamkollegen keine große Rolle mehr, um Licht in die Hintergründe zu bringen. "Ich glaube nicht, dass wir das noch brauchen für das Gesamtbild", sagte der SPD-Politiker.

"Der Druck ruht heute noch auf Jan Ullrich"

Gleichwohl sei Ullrich schlecht beraten, weiter zu schweigen, erklärte Danckert und verwies auf den Auftritt von Sprintstar Erik Zabel. Auch für Ullrich wäre es "eine seelische Entlastung. Wir haben bei Zabel gesehen, wie er mit Tränen gekämpft hat. Der Druck ruht heute noch auf Jan Ullrich", sagte Danckert. Wenn alle betrügen würden, sei es indes keine deutsche, sondern eine internationale Dimension, so der Sportausschuss-Chef. Dann könne man sich mit Ullrichs Formulierung anfreunden, er habe nicht betrogen. Diese Aussage erhalte eine neue Dimension.

Ullrichs ehemaliger Trainer Becker rief die Verbände auf, gemeinsam den "Sumpf trocken zu legen". Das gelte für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) ebenso wie für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und das Internationale Olympische Komitee (IOC). "Das IOC hat die Macht", betonte Danckert. Er forderte auch die völlige Unabhängigkeit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) und eine bessere finanzielle Ausstattung, um den Kampf gegen den Einsatz unerlaubter Mittel gewinnen zu können. (tso/dpa)

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