Doping-Studie : Schüller erhebt Vorwürfe gegen Thomas Bach

Nach den Enthüllungen über weitreichende Dopingpraktiken in der Bundesrepublik hat Ex-Spitzensportlerin Heidi Schüller schwere Vorwürfe gegen DOSB-Präsident Thomas Bach erhoben.

„Thomas Bach muss mehr gewusst haben, als er jetzt zugibt. Er kann doch auch lesen“, sagte Schüller in einem Interview der Münchner Tageszeitung „tz“ (Dienstag). „Aber wenn man IOC-Präsident werden will, dann schweigt man besser.“ Die frühere Weitspringerin Schüller hatte 1972 bei den Heim-Sommerspielen in München den olympischen Eid gesprochen - als erste Frau überhaupt. Auf die jüngsten Enthüllungen habe sie „mit einem Schulterzucken reagiert, weil es mich nicht mehr aufgeregt hat. Es ist doch fast schon lächerlich, wie lange alle Veröffentlichungen verhindert wurden“, sagte die heute 63-Jährige. Schüllers Fazit: „Wer wollte, hätte es wissen können.“ In ihrer aktiven Zeit sei Doping vor allem in den Leichtathletik-Wurfdisziplinen alltäglich gewesen. „Jeder konnte es im Kraftraum sehen. Anabolika wurden genommen, die übrigens auf dem Schwarzmarkt gehandelt wurden. Dazu Cortison, das von Ärzten verschrieben wurde. Auch bei ausländischen Sportlern haben wir es gesehen.“ (dpa)

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