Sport : Doping: Tennisweltverband will Biologischen Pass einführen

Berlin - Der Tennisweltverband hat auf die Kritik an seiner unzureichenden Dopingbekämpfung reagiert und die Einführung eines Biologischen Passes noch in diesem Jahr angekündigt. Damit wird auch die Anzahl von Bluttests und Trainingskontrollen steigen.

Spitzenspieler begrüßen diesen Schritt, schon länger hatten sie auf schärfere Maßnahmen im Kampf gegen Doping plädiert. So hatte sich Roger Federer erst kürzlich positiv zum Vorschlag seines spanischen Kollegen Rafael Nadal geäußert, Dopingtests öffentlich zu machen. „Ich bin für Transparenz“, sagte Federer. „Ich bin für aggressive Tests, das war ich schon immer.“ Für ihn habe es „oberste Priorität“, die Integrität des Tennissports sicherzustellen.

Spätestens seit dem Dopinggeständnis von Ex-Radprofi Lance Armstrong und dem Beginn des Prozesses gegen den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes hat sich auch im Tennis die interne Debatte um unerlaubte Leistungssteigerung intensiviert. Große und weltweit erschütternde Skandale hat die Sportart bislang zwar noch nicht zu beklagen. Aber auch Tennisspieler waren Kunden bei Fuentes, Namen sind allerdings nicht bekannt.

Die Topstars wollen den Zweiflern nun offensiv begegnen. „Meiner Meinung nach müssen diese Tests öffentlich sein. Die Leute auf der Straße wissen nicht, wie viele Tests wir machen oder auch nicht“, sagte Nadal. Der Weltranglistenerste Novak Djokovic sieht das ähnlich: „Je mehr Urintests, je mehr Bluttests sie nehmen, desto besser. Dann bist du sicher, dass es ein sauberer Sport ist und jeder die gleiche Behandlung erfährt“, hatte der Serbe bereits während der Australian Open gesagt. Mit der Ausweitung der Kontrollen werden die Aussagen von Djokovic, Federer und Nadal nun auf ihre Haltbarkeit getestet. dpa

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