Sport : Doping: Versäumnisse bei Kontrollen

Friedhard Teuffel

Berlin - Die Nationale Anti-Doping- Agentur (Nada) hat Versäumnisse im deutschen Kontrollsystem eingeräumt. Im vergangenen Jahr habe die Nada 201 Verstöße gegen die Dopingrichtlinien nicht an die Verbände weitergegeben, sagte Nada-Geschäftsführer Roland Augustin im Sportausschuss des Bundestages: „Wir waren zu nett zu den Athleten.“ In den 201 Fällen waren Athleten nicht von den Kontrolleuren angetroffen worden. Diese Information gab die Nada aber nicht an die Verbände weiter. Wenn sich ein Athlet nicht fristgerecht abmeldet, muss er mit Sanktionen bis zu einer Wettkampfsperre rechnen. „Wir werden unser System nun schärfer gestalten“, sagte Augustin. In 40 der Fälle werde die Nada außerdem noch mit Athleten sprechen. Sanktionen sind nicht ausgeschlossen.

Im Sportausschuss musste sich die Nada zum Teil heftige, zum Teil subtile Kritik anhören. Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, äußerte sich „sehr besorgt“ über die Versäumnisse und kritisierte die mangelnde Kommunikation der Nada mit den Verbänden. Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, forderte gar einen Systemwechsel bei den Kontrollen. Künftig solle das System nicht nur aus Urin- sondern auch aus Bluttests bestehen, es sollten Blutprofile von Athleten angelegt werden. Die Nada hat erste Konsequenzen aus ihrem Vorgehen gezogen. Es gibt nun mit Armin Baumert einen hauptamtlichen Vorstandschef. Baumert war früher Leistungssportchef im Deutschen Sportbund.

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