Sport : Doping-Vorwürfe: Australien ist auch nicht ganz sauber

Australiens angeblich sauberer Sport ist gut zwei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Sydney ins Zwielicht eines Doping-Skandals geraten. Werner Reiterer, bester Diskuswerfer des Landes, erhob schwere Vorwürfe gegen hochrangige Sport-Funktionäre, die ihn in den letzten Jahren beim Dopen unterstützt hätten. Zudem beschuldigte der Olympiateilnehmer von 1988 und 1992 bei der Vorstellung seines Buches "Positiv" einige Schwimmer und Leichtathleten Australiens, verbotene Wachtumshormone zur Leistungssteigerung zu schlucken.

"Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst und denken, sie noch vor Beginn der Spiele aufklären zu können", erklärte John Coates als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Australien (AOC). Das immer wieder beschworene "Saubermann-Image" von Australiens Sport ist nicht erst seit Reiterers Enthüllungen in Gefahr: Erst im März hatte der australische Sportarzt Grant Ellsion behauptet, dass 80 Prozent der Sport-Stars leistungsfördernde Stimulanzien nehmen würden.

Reiterers Vorwürfe gehen jedoch tiefer. Er sei bei seinem Dopingkonsum von "Funktionären im australischen Olympia-System geführt und geschützt" worden. Beispielsweise ließ ihn ein australischer Top-Offizieller während der WM 1995 in Göteborg wissen, dass die "Änderung deiner Trainingsmethoden daheim nicht verborgen geblieben" sei. Ein klarer Hinweis auf einen positiven Dopingtest - der aber nie offiziell bekannt wurde. Reiterer wurde 1997 gesagt, "dass ich zwei Dopingstests pro Jahr hätte. Mir würde vorher Bescheid gegeben, welche Levels akzeptabel wären", erklärte Reiterer. Die Namen der "Doping-Helfer" will er aus rechtlichen Gründen nicht nennen.

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