Doping-Vorwürfe : Geherin Seeger wird 23. und klagt die Konkurrenz an

Nach ihrem 23. Platz über 20 Kilometer Gehen bringt Melanie Seeger die erfolgreichere Konkurrenz in Zusammenhang mit Doping. „Ich habe hier das unfairste Rennen meiner Karriere erlebt“, sagt die Potsdamerin Seeger.

Peking 2008 - Leichtathletik
Da ging nichts. Melanie Seeger.Foto: dpa

Bei den Spielen von Athen 2004 war Seeger mit einer Zeit Fünfte geworden, die diesmal nur zu Platz 15 gereicht hätte. „Die Spitze kann Zeiten gehen, da können wir trainieren, so viel wir wollen. Ich kann es nicht fassen. Das ist einfach nur traurig“, meinte Seeger. „Ich hoffe, dass die große Bombe platzt und wir unsere Chance bekommen.“

Seeger: Trainingsgruppe der Siegerin zur Hälfte gedopt

Olga Kaniskina aus Russland wurde überlegen Olympiasiegerin. „Die Russin kommt aus einer Trainingsgruppe, wo die Hälfte gedopt ist“, sagte Seeger über die Weltmeisterin, die in 1:26:31 Stunden vor der Norwegerin Kjersti Platzer (1:27,07) gewann. Bronze ging an die Italienerin Elisa Rigaudo (1:27:12). Sabine Zimmer (Wattenscheid) wurde mit einem Rückstand von 3:49 Minuten 15., Seeger (Potsdam) lag 5:25 zurück und fragte frustriert: „Wir müssen überlegen: Lohnt sich das alles noch überhaupt?“

Wenn diese Entwicklung so weiterginge, würden Medaillen künftig bei Zeiten von 1:24 Stunden vergeben. „Da habe ich absolut keine Chance. 1:27 Stunden ist das absolute Maximum, was ich erreichen kann“, sagte Seeger, die weitergehende Maßnahmen im Kampf gegen Doping forderte: „So lange Doping-Kontrolleure keinen Diplomatenstatus bekommen, brauchen solche Leute gar nicht an den Start zu gehen.“

Vor allem Russland im Blick

Dabei hat die Seeger vor allem die Situation in Russland im Blick: „Da laufen Trainingskolleginnen der Weltmeisterin in ihrem ersten Wettkampf gleich mal 1:26 Stunden, das kann ich nie schaffen.“ Ähnlich hatte sich Andre Höhne nach dem Olympiasieg des Russen Wladimir Bortschin über die 20 Kilometer geäußert.

Sabine Zimmer hatte ebenfalls mit einer Top-Ten-Platzierung geliebäugelt. „Das schlechte Wetter kam uns eigentlich entgegen. Ich habe gedacht, einige knallen am Ende noch weg“, sagte sie. (dpa)

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