Doping : Wada will Sperre gegen Eishockeyprofi Busch durchsetzen

Die Weltantidopingagentur Wada will die zwei Jahre lange Sperre gegen Florian Busch auch für die Liga durchsetzen. Der Eishockeyprofi von den Eisbären Berlin hatte angekündigt, seine Dopingspere gerichtlich anzufechten

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) will die Sperre gegen Eishockey-Profi Florian Busch durchsetzen. Dies hat Wada-Sprecher Frédéric Donzé fünf Wochen vor dem Start der neuen Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bekräftigt. Die Wada sei in Kontakt mit den zuständigen nationalen und internationalen Stellen, um dem Urteil des Internationalen Sportschiedsgerichtshofes CAS Geltung zu verschaffen. Der CAS hatte den Stürmer von Meister Eisbären Berlin wegen einer verweigerten Dopingprobe für 22 Monate gesperrt und betont, dies gelte auch auf nationaler Ebene.

Buschs Anwalt Georg Engelbrecht zeigte sich am Mittwoch dagegen erneut zuversichtlich, dass sein Mandant den Eisbären zum Saisonauftakt am 4. September zur Verfügung steht. Engelbrecht geht beim Schweizer Bundesgericht gegen das CAS-Urteil vor, zudem muss die Wada beim Berliner Kammergericht eine Vollstreckbarkeitserklärung einholen, damit die Sperre in Deutschland vollzogen wird. „In der Kette einen Durchgriff auf den Spielbetrieb der DEL zu finden - das sehe ich nicht“, sagte Engelbrecht.

Der Jurist sieht im Fall Busch keine Parallelen zur Sperre für Claudia Pechstein. Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin darf gemäß der Codes von Internationaler Eislauf-Union (ISU) und Wada derzeit nicht einmal an offiziellen Trainingsmaßnahmen teilnehmen. „Den Fall kann man nicht vergleichen“, betonte Engelbrecht. Pechstein sei anders als Busch vom zuständigen Weltverband gesperrt
worden.

Stattdessen beklagte Engelbrecht eine massive Ungleichbehandlung von Busch im Vergleich zu Rad-Star Lance Armstrong und hat sich deswegen in der vorigen Woche schriftlich bei WADA-Präsident John Fahey beschwert. Armstrong hatte einen Kontrolleur der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) am 17. März 20 Minuten warten lassen. Der siebenmalige Tour-Sieger hatte nach eigenen Worten mit Genehmigung des Kontrolleurs nach seinem Training zunächst geduscht. Die AFLD verzichtete auf Sanktionen.

„Ich habe das schon im Mai beanstandet. Es muss Gleichbehandlung herrschen“, sagte Engelbrecht.  Busch hatte eine Dopingprobe in seiner Wohnung verweigert, kurz darauf die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) darüber informiert und einige Stunden später eine Probe beim selben Kontrolleur abgegeben. Dieser hatte sie dann allerdings im Auftrag des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) genommen. (dpa)

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