Doping : Zwei Jahre Sperre für Radprofi Contador

Radprofi Alberto Contador ist vom Internationalen Sportgerichtshof CAS des Dopings für schuldig befunden worden. Der Spanier verliert damit seinen Tour-de-France-Sieg von 2010.

von
Nur noch zweifacher Tour-Sieger: Alberto Contador soll 2010 gedopt haben.
Nur noch zweifacher Tour-Sieger: Alberto Contador soll 2010 gedopt haben.Foto: dapd

Oscar Perreiro machte sich so seine Gedanken. „Was wäre eigentlich passiert, wenn Alberto Contador in der Zeit seit Sommer 2010 bei einer Abfahrt gestürzt wäre?“, fragte der spanische Toursieger von 2006 in einem seiner aufgeregten Einträge nach dem Urteil bei Twitter. Weiterfahren durfte Contador ja, am Sonntag startete er noch bei der Mallorca-Rundfahrt. Aber damit ist jetzt erst einmal Schluss. Weil Contador, der am Montag zunächst nichts verlauten ließ, kein böses Steak gegessen hat. Zu diesem Schluss ist nach einem ewig erscheinenden Verfahren der Internationale Sportgerichtshof Cas gekommen und hat den Spanier 18 Monate nach dessen positiver Dopingprobe auf das Kälbermastmittel Clenbuterol bei der Tour de France 2010 rückwirkend für zwei Jahre gesperrt.

Contador werden seine Siege bei der Tour 2010 und beim Giro d'Italia 2011 aberkannt, Gewinner sind nun Andy Schleck und Michele Scarponi. „Es gibt keinen Grund, glücklich zu sein, weil ich die Tour auf sportlichem Weg gewinnen will. Ich habe immer an Albertos Unschuld geglaubt“, sagte Schleck. Oscar Perreiro, der in allem eine große Ungerechtigkeit sieht, war 2006 als Zweiter ins Ziel gekommen und zum Ersten erklärt worden, nachdem Floyd Landis als bisher einzigem Fahrer der Tour-Sieg wegen Dopings aberkannt worden war. Contador, der nach wie vor seine Unschuld beteuert, könnte noch das Schweizer Bundesgericht anrufen, doch die Chancen sind dort sehr gering.

Die drei Richter des Cas sahen keinen Beweis für die 4000 Seiten umfassende Verteidigung Contadors, die auf einem angeblich verunreinigten Steak aus Spanien beruhte. Das Gericht konnte Contador keine Manipulation nachweisen. Es verurteilte ihn aber, weil er das Clenbuterol im Körper hatte und dessen Vorhandensein nicht durch Schuld anderer belegen konnte. Clenbuterol, das muskelaufbauend und fettverbrennend wirkt, werde in Spanien in der Tiermast nicht eingesetzt, hieß es in der Urteilsbegründung. „Es wurde das Reglement angewendet. Es war eine klare Entscheidung, basierend auf einem positiven Test. Es gab keinen Grund, den Athleten freizusprechen“, sagte Cas-Generalsekretär Matthieu Reeb.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben