Doping-Affäre : Valverde darf nicht bei Rad-WM starten

Der Rad-Weltverband UCI leitet ein Verfahren gegen Alejandro Valverde ein. Dem Spanier wurde ein Start bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart untersagt. Grund: eine mögliche Verstrickung in die Affäre um den Doping-Arzt Fuentes.

Valverde
Nun doch unerwünscht: Alejandro Valverde, hier bei der Tour de France. -Foto: dpa

BerlinWie die UCI mitteilte, gebe es Belege für die schon lange vermutete Verwicklung Valverdes in den Skandal um den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes. Dies habe sich während des Studiums der 6000 Seiten starken Akten zur sogenannten Operation Puerto der spanischen Guardia Civil ergeben.

Die UCI leitete ein Disziplinar-Verfahren gegen Valverde ein und forderte den spanischen Verband dazu auf, dies ebenfalls so schnell wie möglich zu tun. Nationalcoach Paco Antequera hatte erklärt, Valverde trotz des Widerstandes der Stuttgarter WM-Organisatoren nominieren zu wollen. "Es gibt keinen Grund, warum Valverde nicht an der WM teilnehmen kann. Er ist schon bei der Tour de France gefahren, und da wurde der Fall millimetergenau geprüft", hatte Antequera vor wenigen Tagen erklärt. Dagegen lehnte Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann die Nominierung erst gestern erneut ab: "Ich halte sie unter dem Gesichtspunkt des Neuanfangs für einen Fehler."

Rad-Weltverband: Noch keine Schuldzuweisung

Die UCI unterstrich in ihrer Erklärung, die Einleitung des Verfahrens sei nicht mit einer Schuld von Valverde gleichzusetzen. Doch neben den Belegen aus den Ermittlungsakten hatte der Verband offenbar auch starke Befürchtungen, ein Start des Unerwünschten könnte zu Unmutsäußerungen der Zuschauer führen und die Stimmung vergiften. "Gemäß der UCI-Regeln und um die Atmosphäre und den Ruf der WM zu schützen, wird Alejandro Valverde die Teilnahme an der anstehenden WM (25. bis 30. September) verwehrt", hieß es dazu in der Mitteilung.

Valverde hat bisher bestritten, zu Fuentes' Kunden zu zählen und zwei Tage vor dem Start der Tour de France die von den Veranstaltern geforderte Ehrenerklärung unterschrieben. Vor dem Tour-Start war es dann zum Eklat gekommen: Als er Fragen zum Thema Doping nicht beantworten wollte, hatten etliche Journalisten seine Pressekonferenz in London verlassen. In den sichergestellten spanischen Akten taucht der Deckname "Piti" auf, den Fuentes angeblich für Valverde benutzt haben soll. Zwei der ihm zugerechneten Blutbeutel sollen das Dopingmittel Epo enthalten. (mit dpa)

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