Doping : Das nächste Outing steht bevor

Mit Jörg Jaksche zeigt sich ein weiterer Doping-Sünder geständig. Der Hintergrund diesmal: Jaksche erwartet sich offenbar als Kronzeuge Milde.

Jaksche
Gesperrt: Astana-Radprofi Jörg Jaksche. -Foto: dpa

Hamburg/WiesbadenDer des Dopings verdächtigte Radprofi Jörg Jaksche will sich sich der Welt-Antidoping-Agentur (Wada), dem Radsport-Weltverband (UCI) und der Justiz als Kronzeuge zur Verfügung stellen. Dies bestätigte der Anwalt des Ansbachers, Michael Lehner, der dpa. Zuvor will der in Österreich lebende Fahrer des Tinkoff-Teams sein Wissen im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" preisgeben. Jaksche soll in die Doping-Affäre um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt sein. Deshalb hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) dem 30-Jährigen einen Start bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Wiesbaden untersagt.

Die Stadt Stuttgart schließt nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" eine Absage der Rad-WM im September erstmals nicht mehr aus. Sie rechne zurzeit zwar nicht mit diesem Schritt - er sei aber nötig, falls sich Bund und Land wegen der Dopingproblematik aus der Finanzierung zurückzögen, sagte die Bürgermeisterin und Vorsitzende des Organisationskomitees, Susanne Eisenmann. Laut Oberbürgermeister Wolfgang Schuster werde mit dem Bundesinnenministerium und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) ein Ehrenkodex als Grundlage für die Veranstaltung erarbeitet.

Kessler: Habe nicht gedopt

Von den deutschen Straßen-Meisterschaften wurde neben Jaksche auch Matthias Kessler verbannt. Organisator und Verbands-Vize Udo Sprenger wehrt sich juristisch gegen harte Anschuldigungen. Das erwartete Geständnis des in Kitzbühel lebenden Franken dürfte einige seiner Teamkollegen mächtig in die Bredouille bringen.

Der positiv getestete Kessler hat Doping bestritten. Dies sagte Astana-Sportdirektor Mario Kummer der "Frankfurter Rundschau" nach einem Gespräch mit dem Radprofi. "Matze hat uns gesagt, er könne sich die erhöhten Testosteronwerte nicht erklären. Er sagt, er sei unschuldig. Jetzt muss er aber erst einmal den Beweis dafür antreten", sagte Kummer. Laut ARD hat die Probe den ungewöhnlich hohen Testosteron-Quotienten von 84,5:1 ergeben, erlaubt ist 4:1. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar