Doping im Radsport : Dopingsünder Sinkewitz streitet weiter vor Gericht

Im Prozess gegen einen ehemaligen Sponsor geht für Radprofi Patrik Sinkewitz der Streit um Schadensersatzansprüche weiter. Das letzte deutsche Pro-Tour-Team Milram erwägt indes einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Profiradsport.

Patrik Sinkewitz Foto: dpa
Radprofi und Dopingsünder Patrik Sinkewitz fährt ab 2009 für ein zweitklassiges Team. -Foto: dpa

FuldaDie Justiz-Tour geht für Rad-Profi Patrik Sinkewitz auf die nächste Etappe. In einem wegen seiner Doping-Vergangenheit geführten Schadensersatzprozess konnten sich die Parteien am Donnerstag am Landgericht Fulda nicht einigen. Nach einem ersten Vergleichsangebot im April in Höhe von 150.000 Euro, schlugen die Richter nun knapp 100.000 Euro vor.

Der ehemalige Sinkewitz-Sponsor und Getränkehersteller "Förstina" hatte ursprünglich 308.000 Euro wegen "arglistiger Täuschung" gefordert. Sinkewitz-Anwalt Axel Scheld von Alt will nun prüfen, ob der 28-Jährige willens und imstande ist, den Betrag zu zahlen. Sinkewitz fährt ab 2009 für das zweitklassige tschechische Team PSK Whirlpool. Bis Ende Januar haben die Parteien Zeit, sich zu einigen, sonst fällen die Richter ein Urteil.

Kündigung nach positivem Dopingtest

"Förstina"-Anwalt Christian Schmitt kündigte an, die knapp 100.000 Euro akzeptieren zu wollen. Den im Januar 2004 abgeschlossenen Werbevertrag mit Sinkewitz hatte "Förstina" gekündigt, nachdem der Profi im Juli 2007 positiv auf Testosteron getestet worden war. Einige Zeit später hatte er sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt und eine einjährige Rennsperre kassiert.

Der Getränkehersteller will nun unter anderem die Kosten für eine durch den Doping-Skandal unbrauchbar gewordene Werbekampagne zurückerstattet bekommen. Der vorsitzende Richter Martin Geffert erteilte den "Förstina"-Forderungen, neben den Kosten für die Werbekampagne auch Sponsoring- Gelder zurückzubekommen, eine klare Absage: Es habe keine Doping-Klausel im Vertrag gegeben. Zudem hätte man fast schon davon ausgehen dürfen, dass Doping im Radsport nichts Ungewöhnliches ist.

Milram plant vorzeitigen Ausstieg

Indes droht dem deutschen Radsport der vorzeitige Rückzug des letzten noch verbliebenen Elite-Rennstalls Milram. Eine Sprecherin des Sponsors, der Nordmilch AG in Bremen, bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), dass der Konzern wegen der nicht nachlassenden Doping-Diskussion einen Rückzug plant.

"Nordmilch" hat mit dem niederländischen Rennstall-Betreiber Gerry van Gerwen einen Vertrag bis 2010, aber Anwälte prüfen laut "FAZ" einen vorzeitigen Ausstieg, wahrscheinlich nach der kommenden Saison. Das Radsport-Engagement kostet den Konzern rund neun Millionen Euro pro Saison. (leu/dpa)

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