Doping im Radsport : Sinkewitz hofft auf Kronzeugenregelung

Der Anwalt von Patrik Sinkewitz, Michael Lehner, hat eine konstruktive Mitarbeit des dopingverdächtigen Radprofis mit Team und Verband angekündigt. Die Öffnung seiner B-Probe verzögert sich allerdings.

Hamburg"Er ist bereit, an gemeinsamen Lösungen mitzuwirken", teilte Lehner in einer Presseerklärung mit. Sinkewitz, der nach seinem Unfall bei der Tour-de-France am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen worden war, befinde sich auf dem Wege der gesundheitlichen Besserung.

"Es kann sich nunmehr mit Unterstützung und Rückhalt seiner Familie und nach anwaltlicher Beratung offensiv den gegen ihn erhobenen Vorwürfen stellen. Er wird den Sachverhalt in den kommenden Tagen mit dem T-Mobile-Team und dem Bund Deutscher Radfahrer erörtern", teilte Lehner mit.

Öffnung der B-Probe noch ungewiss

Der Sinkewitz-Anwalt ließ in einem Interview mit dem Fernsehsender N24 offen, ob sein Mandant die so genannte Kronzeugen- Regelung in Anspruch nehmen wolle. "Das sind Spekulationen, an denen wir uns nicht beteiligen." Lehner hatte am Sonntag erklärt, dass er den von ihm vertretenen Sportlern immer dazu rate, zu gestehen, wenn es etwas zu gestehen gibt. "So habe ich auch Patrik beraten", sagte der Heidelberger Sportrechtler. Lehner hatte auch den ehemaligen Telekom-Profi Jörg Jaksche bestärkt, eine Doping-Beichte abzulegen.

Ungeklärt ist, ob und wann die B-Probe von Sinkewitz geöffnet wird. "Die Entscheidung fällt in den nächsten Tagen", betonte Lehner. "Eine nicht geöffnete B-Probe ist wie eine positive Probe. Das würde die sofortige Kündigung bedeuten", sagte Christian Frommert, der Leiter der Kommunikationsabteilung von T-Mobile.

Sinkewitz war bei einer Trainingskontrolle am 8. Juni in den Pyrenäen von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) positiv auf Testosteron getestet worden. (mit dpa)

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