Doping im Radsport : Tour streicht Riis aus Siegerliste

Die Tour de France hat Bjarne Riis nach seinem Doping-Geständnis aus ihrer Siegerliste gestrichen. Die endgültige Entscheidung, ob Riis der Titel aberkannt wird liegt bei der UCI.

Bjarne Riis
Bjarne Riss, Leiter des CSC-Teams, bei seinem Doping-Geständnis.Foto: AFP

Paris/BrüsselAus der Siegerliste der Tour de France ist der Name Bjarne Riis seit Donnerstag verschwunden. Der Däne hatte die Frankreich-Rundfahrt 1996 vor seinem damaligen Telekom-Kollegen Jan Ullrich gewonnen, zuletzt aber den Missbrauch des Blutdopingmittels Epo zugegeben und wurde nun als Sieger gestrichen.

Derweil erschüttert eine Doping-Razzia den belgischen Radsport. Die Behörden fanden bei Hausdurchsuchungen verbotene Mittel und verhörten 13 Personen, bei denen es sich um Radprofis und Betreuer handeln soll. Der Chef des Quick-Step-Teams, Patrick Lefevere, räumte ein, zu den Verhörten gehöre ein Betreuer der belgischen Mannschaft um den italienischen Weltmeister Paolo Bettini und Ex-Titelträger Tom Boonen.

Riis' Dopingvergehen verjährt

Tour-de-France-Sprecher Philippe Sudres erklärte währenddessen in Paris, die endgültige Entscheidung, ob Riis nicht mehr als Sieger geführt werde, obliege dem Rad-Weltverband UCI. Die UCI hatte den jetzigen Chef des dänischen CSC-Rennstalls nur zur Rückgabe seines Gelben Trikots aufgefordert. Da sein Doping-Vergehen verjährt ist, kann ihm der Titel nicht mehr aberkannt werden.

Dies unterstrich UCI-Justiziar Philippe Verbiest: "Aus disziplinarischer Sicht kann ihm der Titel nicht mehr aberkannt werden. Aber es ist möglich, ihn nicht mehr zu erwähnen. Nach dem, was er zugegeben hat, ist er nicht mehr der Sieger der Tour de France." Ein Aufrücken Ullrichs, der 1997 triumphierte, ist wegen dessen eigener Situation kein Thema. Der inzwischen zurückgetretene Ullrich durfte im Vorjahr wegen der Verwicklung in den spanischen Doping-Skandals gar nicht mehr bei der Tour de France starten.

CSC will sich aus dem Radsport zurückziehen

Riis hatte vor zwei Wochen jahrelanges Doping mit Epo eingeräumt und angeboten, das Symbol seines Tour-Sieges abzugeben. "Mein Gelbes Trikot liegt zu Hause im Pappkarton in der Garage. Wenn Ihr es holen wollt, bitteschön", hatte der erste dänische Sieger in der 104-jährigen Geschichte des Rennens erklärt. Weiterer Ärger droht Riis daheim. Der frühere CSC-Geschäftsführer Asger Jensby rechnet damit, dass die Computerfirma ihr Engagement als Hauptsponsor beendet, das eigentlich noch bis 2008 vereinbart ist.

UCI-Präsident Pat McQuaid begrüßte in Paris die Durchsuchungsaktion in Belgien. "Die Fahrer müssen in ihre Köpfe bekommen, dass sie nicht nur durch positive A- und B-Proben überführt werden. Es gibt eine Menge anderer Wege, einschließlich Polizeiaktionen", sagte der Ire.

"Es ist noch zu früh, um mitzuteilen, welche Personen betroffen sind und welche möglichen Verbindungen sie zu gewissen Radsport-Mannschaften haben", sagte Gerichtssprecher Tom Janssens auf einer Pressekonferenz in Courtrai. Nach seinen Angaben waren rund 40 Beamte an einem Dutzend Hausdurchsuchungen in Flandern und Wallonien beteiligt. (mit dpa)

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