Doping : Rad-WM: Fragezeichen hinter Zabel und Klöden

Erik Zabel und Andreas Klöden werden bei der Straßen-WM in Stuttgart wahrscheinlich nicht an den Start gehen. Während Zabel wegen seines Epo-Dopings in der Kritik steht, wird Klödens Astana-Team wohl komplett ausgeschlossen.

Zabel
Will die Mannschaft in Peking nicht "belasten": Erik Zabel. -Foto: ddp

Frankfurt/MainZwei ungeklärte Personalien stehen im Mittelpunkt, wenn der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) am Mittwoch auf einer Präsidiumssitzung seinen Kader für die Straßen-Weltmeisterschaften in Stuttgart (26. bis 30. September) nominiert. Nach seinem Doping-Geständnis vom 24. Mai ist der Start von Erik Zabel bei den Titelkämpfen ebenso offen wie der von Andreas Klöden. Nach dem Ausstieg seines Teams Astana aus der Tour de France fehlt dem im schweizerischen Kreuzlingen lebenden Radprofi die Wettkampfpraxis.

Nachdem bereits Jörg Jaksche nach seiner Dopingbeichte sowie die des Dopings überführten Matthias Kessler vom Team Astana und Patrick Sinkewitz vom T-Mobile Team nicht zur Verfügung stehen, muss der BDR nun darüber entscheiden, ob man dem vorjährigen WM-Zweiten Zabel beim "sauberen Neuanfang" vertraut. Den WM-Start des belasteten 37-jährigen Milram-Sprinters halten viele für nicht angebracht. Die Stuttgarter Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann hatte wiederholt gefordert, Zabel zur unerwünschten Person zu erklären.

Nach dem öffentlichen Geständnis zusammen mit seinem ehemaligen T- Mobile-Teamgefährten Rolf Aldag hatte Zabel seinen Verzicht auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking verkündet. Er wolle die "Mannschaft nicht belasten", hatte er erklärt. Auch als WM-Botschafter war Zabel zurückgetreten, zu einem freiwilligen Stuttgart-Rückzug konnte er sich aber nicht durchringen. "Wenn ich eine Startchance bekomme, hätte ich nichts dagegen", hatte der gebürtige Berliner erklärt, der als Freund von BDR-Präsident Rudolf Scharping gilt.

Zabel: Verfahren verjährt, aber als "Altlast" nicht tragbar

Zabel hatte damals zugegeben, vor und während der Tour de France 1996 mit Epo gedopt zu haben. Wegen gesundheitlicher Probleme habe er damit aber wieder aufgehört. Sein elf Jahre zurückliegendes Vergehen ist nach dem Sportrecht verjährt. Die Anti-Doping-Vereinbarung sieht das WM-Startverbot für "jeden unter konkretem Dopingverdacht stehenden Fahrer" vor. Das trifft auf Zabel nicht zu. Für Verfechter einer harten Linie und einen Neubeginn hat er sich damit aber für Stuttgart disqualifiziert. BDR-Vize Dieter Kühnle hatte sich dafür ausgesprochen, sich von "Altlasten" zu trennen, die die Glaubwürdigkeit des leidgeprüften Radsports weiter belasteten.

Beim 32-jährigen Klöden vom Astana-Team, das von vier Dopingfällen betroffen war und nach dem positiven Befund von Alexander Winokurow die Tour verließ, geht es nicht um Doping, sondern um die sportliche Form. Seit dem Tour-Ausstieg am 24. Juli absolvierte der Wahl-Schweizer nur ein Einladungsrennen in Rhede. Auch die am Samstag beginnende Vuelta kann Klöden als WM-Vorbereitung nicht fahren, da sein Team inzwischen ausgeladen wurde. Er hatte im August ein zweiwöchiges Trainingslager seines Teams in der Schweiz abgesagt und bereitet sich mit seinem Trainer Thomas Schediwie gezielt auf Stuttgart vor. (mit dpa)

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