Doping : Sinkewitz gibt sich reuig

T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz, der vor der Tour positiv auf Testosteron getestet worden war, hat ein Geständnis abgelegt. Er wolle nicht länger taktieren, "sondern zur Wahrheit zurückfinden", erklärte der 26-Jährige.

Jörg Vogler
Sinkewitz
Auch gedopt: Patrick Sinkewitz. -Foto: AFP

BerlinDer vor der Tour de France positiv auf Testosteron getestete Radprofi Patrik Sinkewitz hat gestanden, leistungssteigernde Mittel eingenommen zu haben. Deshalb habe er einen Antrag auf eine B-Probe zurückgezogen, erklärt der 26 Jahre alte T-Mobile-Fahrer auf seiner Internetseite. "Ich will nicht taktieren, sondern zur Wahrheit zurückfinden", so Sinkewitz weiter.

Er habe sich ein "Testogel" der Firma Jenapharm besorgt, das zum Ausgleich von Testosterondefiziten verwendet und auf die Haut aufgetragen wird. Es soll gerade bei harten Trainingseinheiten einer besseren Erholung dienen. "Ohne Nachzudenken beziehungsweise schlichtweg in großer Dummheit" habe er sich im Trainingslager am Abend vor der Kontrolle das Gel auf den Arm geschmiert. "Dies tat ich instinktiv und ohne an die möglichen Folgen zu denken."

Allerdings bereue er die Einnahme heute. "Es war ein großer Fehler und dem Team, meinen Kollegen, dem Sponsor und dem gesamten Radsport gegenüber verantwortungslos, das Testogel anzuwenden," beteuert Sinkewitz weiter. Auch ohne das Mittel hätte er seine Leistung erbringen können. Sein Eingeständnis sehe er als ersten Schritt zu einer "Wiedergutmachung"; er plane auch eine Fortsetzung seiner Karriere im Radsport. "Ich bin bereit, nach meiner Sperre in einem neuen Radsport wirklich mitzumachen. Dieser Herausforderung stelle ich mich", so Sinkewitz weiter.

Kündigungen von allen Seiten

Sinkewitz war bereits nach Bekanntwerden des positiven Ergebnisses der A-Probe und seiner Weigerung, die B-Probe zu öffnen, von T-Mobile suspendiert worden. Der Entlassung folgte umgehend die Kündigung von Sponsor Förstina. Mögliche Schadenersatzforderungen würden juristisch überprüft, erklärte der Mineralwasser-Produzent. Darüber hinaus droht Sinkewitz eine zweijährige Sperre und - laut UCI-Reglement - auch eine Geldstrafe in Höhe eines Jahresgehalts.

Das T-Mobile-Team zog mit der Entlassung von Sinkewitz die erwartete Konsequenz, setzt aber gleichzeitig auf die Rolle des Doping-Sünders als Aufklärer. Der Rennstall begrüßte den Verzicht des Radprofis auf eine Gegenanalyse. "Es ist gut, dass die Öffentlichkeit und die Fans nicht mit albernen Verteidigungsstrategien enttäuscht und genervt werden", sagte Christian Frommert, der Leiter der Kommunikation bei T-Mobile, der dpa.

"Im Sinne des Aufbruchs und der Entwicklung neuer Strukturen im Radsport setzt sich hoffentlich mehr und mehr die Erkenntnis durch,
dass Leugnerei albern und peinlich ist", so Frommert weiter. Er habe bereits in der vergangenen Woche mit Sinkewitz "Klartext geredet". Die Frage nach einem weiteren Engagement im Radrennsport ließ Frommert offen. Man müsse sehe, ob man den bisherigen, "harten Weg" weiter gehe könne, erklärte Frommert. Eine Entscheidung solle "in den nächsten zwei Wochen" fallen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar