Doping und Spitzel : Die Top Ten des Radsports

Am Samstag beginnt der 91. Giro d’Italia, nach der Tour de France größte Radrundfahrt der Welt. Seit dem Dopingskandal um die "Operacion Puerto" sind knapp zwei Jahre vergangen. Wir haben die wichtigsten Meldungen der vergangenen Wochen zusammengestellt:

Mathias Klappenbach

10. Eine Woche vor dem Giro-Start wird das zuvor ausgeladene Team Astana wieder eingeladen. Das schwer dopingbelastete Team dürfe teilnehmen, weil es eine starke Mannschaft aufgeboten habe.

9. Milram-Fahrer Alessandro Petacchi wird vom Internationalen Sportgerichtshof Cas für zehn Monate gesperrt, weil er beim Giro 2007 überhöhte Werte eines Asthmamittels aufgewiesen hatte.

8. Laut „Spiegel“ wurde Dieter Ruthenberg von 1976 bis Ende 1989 als „IM Sascha“ bei der Stasi geführt. Masseur Ruthenberg arbeitete nach der Wende 17 Jahre lang für den Telekom-Rennstall und bezeichnete sich einmal als „Beichtvater“ von Jan Ullrich und Erik Zabel.

7. Der Spanier Patxi Vila wird bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle positiv auf Testosteron getestet. Vila sagt, er habe „ein ruhiges Gewissen“.

6. Hunderttausende Fans stehen beim Frankfurter Traditionsrennen „Rund um den Henninger Turm“ an der Strecke. Vielleicht zum letzten Mal, denn noch ist kein neuer Titelsponsor gefunden.

5. Astana-Profi Andreas Klöden gewinnt die Tour de Romandie. Einige Wochen zuvor hatte er eingeräumt, im Jahr 2000 eine Medikamentenlieferung aus der Uniklinik Freiburg bekommen zu haben, wo systematisch gedopt wurde. Klöden will nur Vitamine – im Wert von 1000 D-Mark – erhalten haben.

4. Jörg Jaksche gibt seine Suche nach einem neuen Team auf. „Die haben meine Karriere beendet“, sagt er. „Die“, das ist das Kartell des Schweigens, gegen das Jaksche verstieß, als er sich als Kronzeuge zur Verfügung stellte und aussagte.

3. Danilo Di Luca erhält die Giro-Startnummer 1. Vor drei Wochen ist er freigesprochen worden, weil bei seinem Sieg im Vorjahr festgestellte Werte zwar auf eine Bluttransfusion hindeuteten, sie aber nicht beweisen konnten.

2. Das Team Liquigas nimmt den noch bis Ende Oktober gesperrten Ivan Basso unter Vertrag. Es wird von den anderen Top-Teams, die sich verpflichtet haben, Dopingsünder nach Ablauf der Sperre zwei Jahre lang nicht unter Vertrag zu nehmen, aus ihrem Kreis ausgeschlossen. Beim Giro ist Liquigas dabei.

1. Ivan Basso soll Anti-Doping-Botschafter werden. Erst nachdem Basso Blutkonserven des Dopingarztes Fuentes zugeordnet werden konnten, hatte er eingeräumt, Doping zumindest geplant zu haben. Durchgeführt habe er es allerdings nie. „Ich glaube, dass er diese Rolle des Anti-Doping-Botschafters bestens ausfüllen wird“, sagt Weltverbandspräsident Pat McQuaid.

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