Kontrollen : Nada will keine Ausnahmeregeln im Anti-Dopingkampf

Seit es für den internationalen Fußball und für alle spanischen Sportler Erleichterungen gibt, wackelt das Kontrollsystem der Welt-Anti-Doping-Agentur. Mitten in diese Krise hinein sagt die Nationale-Anti-Doping-Agentur (Nada): "Wir bleiben hart."

Friedhard Teuffel

Berlin - Seitdem der Weltfußballverband Fifa seinen Spielern keine Dopingtests mehr im Urlaub zumuten wollte und Spaniens Regierung per Erlass allen Sportlern zwischen 23 und 8 Uhr unkontrollierten Schlaf garantiert, wackelt das ganze Dopingkontrollsystem der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Mitten in diese Krise wollte die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) die Nachricht verbreiten: Deutschland bleibt hart. „Während die Wada wankt, demonstriert die Nada selbstbewusst ihre erreichte Position“, sagte der Nada-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Ein paar Zahlen mögen dafür sprechen. Die Nada hat ihre Trainingskontrollen auf 8026 fast verdoppelt, dennoch haben 2008 nur 66 Fälle zu Strafen geführt. „Wir haben ein Volumen erreicht, das international Spitze ist und grundsätzlich ausreicht. Wir haben nicht vor, es um 500 oder 1000 Kontrollen jedes Jahr zu erhöhen“, sagte Nada-Geschäftsführer Göttrik Wewer. Man könne aus der Zahl der Dopingfälle entweder herauslesen, dass potenziellen Dopern das Risiko zu hoch geworden ist. „Aber man kann auch vermuten, dass die ganz bösen Buben uns immer einen Schritt voraus sind“, sagte Wewer. Die Frage sei, wie groß die Grauzone ist.

Um sie so klein wie möglich zu halten, erstelle die Nada immer mehr Blutprofile von Athleten und lasse zunehmend Proben einfrieren, um sie später noch mal analysieren zu können. Doch die größten Anstrengungen nützen nichts, wenn große Verbände wie die Fifa und Länder wie Spanien sich nicht an die Regeln halten, also an den Code der Wada. Für Deutschland, sagte Baumert, gebe es keine Ausnahmen, auch nicht im Fußball, und Wewer glaubt, dass auch die Wada nicht einknickt und Ausnahmeregelungen zulässt: „Die Wada denkt gar nicht daran, ihren Code zu ändern.“ Dieser Eindruck ist jedoch zwischenzeitlich entstanden. Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, nannte daher die Öffentlichkeitsarbeit der Wada „dilettantisch“. Friedhard Teuffel

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