''Missed Test'' : Nicht zu vergessen: Doping

Die Schwimmerin Antje Buschschulte hat einen Dopingtest verpasst. Friedhard Teuffel erklärt, woran Sportler immer denken müssen.

Friedhard Teuffel

Vor kurzem war Antje Buschschulte noch ein Schwarzer Sheriff im Kampf gegen den Betrug. Es sollte regelmäßig Razzien geben, um so viele Doper wie möglich zu erwischen, forderte die Schwimmerin. Auf einmal scheint sie jedoch für totale Abrüstung zu sein. Wahrscheinlich, weil es um sie selbst geht.

Ein Dopingkontrolleur hatte umsonst nach ihr gesucht. Sie war im Trainingslager auf Lanzarote, er in Magdeburg, weil sie sich offenbar nicht richtig abgemeldet hatte. Das wäre ein klarer Verstoß gegen die Melderichtlinien und wird beim ersten Mal mit einer öffentlichen Verwarnung bestraft, beim zweiten Mal schon mit einer Sperre. Sie habe die Abmeldung vergessen, sagte Buschschulte. Doch Vergesslichkeit, daran sollte sie sich erinnern, kann keine Ausrede sein.

Das Dopingkontrollsystem ist die Grundlage des Kampfs gegen den Betrug. Alles Weitere, auch eine Razzia, kommt als Extra dazu. Wenn selbst das Grundlegende im Sport nicht funktioniert, warum soll der Staat dann noch mit hohem Aufwand und Steuergeld nach Dopern fahnden? Leider hat auch die Schwimmverbandspräsidentin Christa Thiel an der falschen Stelle Verständnis für Buschschulte geäußert. Der Aufwand im Meldeverfahren sei enorm, das sei den Athleten nicht mehr zumutbar. Wenn es von einem Sportler zu viel verlangt ist, vor der Abreise ins Trainingslager eine E-Mail zu schreiben, sollte der Kampf gegen Doping am besten gleich eingestellt werden.

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