Radsport : ZDF: Bettini belieferte Sinkewitz mit Dopingmitteln

Nach Informationen des ZDF hat Paolo Bettini dem bei T-Mobile geschassten Patrik Sinkewitz testosteronhaltige Mittel zukommen lassen. Auch bei der Straßen-WM in Stuttgart sorgt Bettinis Start für heftige Diskussionen.

Bettini
Doping-Händler? Paolo Bettini bei den Sommerspielen 2004. -Foto: ddp

Stuttgart/MainzNach ZDF-Informationen soll Rad-Weltmeister Paolo Bettini Lieferant von Dopingmitteln für den ehemaligen T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz gewesen sein. Aus einer Protokollnotiz, die dem Sender vorliegt, gehe hervor, dass Sinkewitz von Bettini das Dopingmittel "Testogel" bekommen habe, das der Hesse in der Vorbereitung auf die Tour de France benutzt hatte.

Sinkewitz und Bettini waren gemeinsam Teammitglieder der Profimannschaften Mapei und Quick Step, bevor Sinkewitz 2005 zu T-Mobile wechselte. Die Bonner entließen den während der diesjährigen Tour des Dopings überführten Sinkewitz, nachdem er im August auf die Öffnung der B-Probe verzichtet hatte. Sinkewitz, der wie der geständige Jörg Jaksche von Rechtsanwalt Michael Lehner vertreten wird, will am 26. Oktober vor der Staatsanwaltschaft Bonn umfangreich aussagen.

Anwalt: Bettini hat Ehrenerklärung unterzeichnet

Um die Ehrenerklärung von Bettini gab es unterdessen in Stuttgart große Verwirrung: Für den Weltverband UCI sei die Unterschrift nicht nötig für die Startberechtigung, argumentierte UCI-Sprecher Enrico Carpani. Währenddessen drohte die Sport-Bürgermeisterin Susanne Eisenmann als Chefin des WM-Organisationskomitees der UCI mit Klage, wenn sie Bettini ohne Unterschrift starten lasse. Der Anwalt Bettinis bekundete dagegen, dass sein Mandant bereits am 10. Juli bei der UCI eine für die WM gültige Ehrenerklärung unterzeichnet habe.

Am Mittwoch schaltete sich auch ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender in die Diskussion ein und drohte unmissverständlich: "Wenn diese zweifelhaften Vorgänge nicht eindeutig geklärt werden, dann halten wir uns alle Optionen offen. Das schließt den Ausstieg aus der Berichterstattung ebenso ein wie die Art und Weise." (mit dpa)

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