Sanktionen : IOC plant Olympia-Ausschluss von Dopingsündern

Jacques Rogge hat eine Olympiasperre für Dopingsünder vorgeschlagen. Der IOC-Präsident erwägt, positiv getestete Sportler mit einer Sperre von mehr als sechs Monaten automatisch von den kommenden Spielen auszuschließen.

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IOC-Präsident Jacques Rogge -Foto: AFP

OsakaRogge stellte die Idee bei der Leichtathletik-WM in Osaka vor. "Die Botschaft an den Athleten lautet: Wenn du betrügst, dann gibt es keine Olympischen Spiele für dich." Allerdings würde eine solche Neuerung erst nach den Sommerspielen 2008 in Peking greifen. Zudem befürwortet der Belgier die Anregung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, der eine Verlängerung von Dopingsperren von zwei auf vier Jahre vorschlägt.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steht dem Vorstoß Rogges noch zwiespältig gegenüber. "So ein Ausschluss wäre vom ethischen Wert der Olympischen Spiele her zu begrüßen, aber Sanktionen haben nur dann eine abschreckende Wirkung, wenn ein konkretes Entdeckungsrisiko besteht", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop.

Für die Dauer der Olympischen Spiele 2012 kündigte Rogge zudem eine erhöhte Zahl von Dopingtests an. Bei den Sommerspielen in London sollen insgesamt 5500 Test durchgeführt werden. Bereits für die Olympischen Spiele 2008 in Peking ist die Anzahl auf 4500 Tests erhöht worden. Bei den Spielen in Sydney (2800) und Athen (3700) waren es noch deutlich weniger.

Unterdessen hat der Doping-Experte Werner Franke für seine Behauptung, dass die Leichtathletik-WM in Osaka die "schmutzigste seit Beginn der 90er Jahre" werden würde, Unterstützung aus dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) erhalten. "Da kann er schon Recht haben", sagte DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow. So lange es nicht bessere Analysemethoden von Doping-Proben und intelligentere Kontrollen gebe, müsse man davon ausgehen, "dass es so ist, wie Franke es sagt". Die IAAF hatte Frankes Anschuldigungen mit Hinweis auf die rund 1000 Tests bei der WM und ein seit 1990 bestehendes Kontrollsystem als die eines "Wichtigtuers" zurückgewiesen. (mit sid/dpa)

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